Schering sträubt sich weiter gegen Übernahme

- Darmstadt/Berlin - Im Übernahmekampf um den Berliner Pharmakonzern Schering durch den Darmstädter Konkurrenten Merck bleiben die Fronten verhärtet. Eine Fusion werde die Wettbewerbsfähigkeit nicht erhöhen, sagte Schering-Vorstandschef Hubertus Erlen im "Focus" und bekräftigte damit die Ablehnung des Merck-Angebots. Merck-Vorstandschef Michael Römer lehnte im "Tagesspiegel" weitere Zugeständnisse an Schering ab. "Es ist momentan nicht an uns, weitere Angebote zu machen."

Spekulationen über den Abbau von bis zu 7500 Stellen durch die Fusion wies Merck zurück. "Es ist unverantwortlich, jetzt eine Zahl zu nennen. Klarheit kann erst die gemeinsame Analyse mit Schering bringen", sagte Römer und ergänzte: "Berlin muss keine Angst haben." Der "Focus" berichtete unter Berufung auf interne Kalkulationen von Merck, in den nächsten drei Jahren würden weltweit bis zu 5000 Arbeitsplätze durch eine Fusion wegfallen. Dazu sagte Merck-Aufsichtsratschef Wilhelm Simson der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Ich bin immer wieder schockiert, welche Zahlen da umlaufen."

Simson wandte sich zugleich gegen Vorwürfe, die Übernahme werde Merck viel und Schering kaum etwas bringen. Das kombinierte Unternehmen werde über 9000 Mitarbeiter alleine im Vertrieb verfügen. "Das ist eine tolle Kraft", sagte Simson. "Wir wollen ein bedeutendes globales Unternehmen, einen deutschen Pharma-Champion bauen."

Schering-Chef Erlen widersprach dieser Argumentation. "Es geht darum, international wettbewerbsfähig zu sein. In unserem Geschäft besetzen wir weltweit führende Positionen." Das gelte für die Gynäkologie oder auch bei oralen Verhütungsmitteln. Der Schering-Konzern sei in den vergangenen Jahren immer profitabler geworden. Erlen warnte zudem vor einer hohen Verschuldung, die nach der Übernahme durch Merck auf dem neuen Konzern lasten würde.

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