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Schering-Bieterkampf: Warum will Merck Bayer ausbremsen?

- Wiesbaden - Will Merck alles, einen Teil von Schering oder Kasse machen? Während an der Börse der Handel mit Schering-Aktien weiter florierte, schossen die Spekulationen über die Absichten des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns ins Kraut. Dieser hat in einer bisher einmaligen Aktion Schering-Aktien aufgekauft und droht damit, das 16,3 Milliarden Euro teure Übernahmeangebot des Konkurrenten Bayer zu torpedieren.

"Über die Motive lässt Merck den Kapitalmarkt bis auf weiteres im Unklaren", sagte Silke Stegemann, Analystin bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. So könnte Merck an Patent- oder Vertriebsrechten von Schering interessiert sein.

Merck hatte am 13. März ein Übernahmeangebot über 77 Euro je Schering-Aktie vorgelegt. Der Wert der von Bayer ausgestochenen Offerte lag bei 14,6 Milliarden Euro. Merck-Pharmachef Elmar Schnee verwies darauf, dass allein der Umsatz mit Krebsmedikamenten 2003 bis 2005 um 19,5 Prozent auf 650 Millionen Euro zugenommen habe. Hier sei konkurrenzfähiges Wachstum möglich.

Merck und Schering verfügen allein im Bereich Onkologie über eine Forschungs- und Entwicklungspipeline von insgesamt nicht weniger als 16 Projekten, darunter Medikamente gegen verschiedene Krebsarten. "Ein besonderes Augenmerk könnte auf den Onkologiebereich von Schering gelegt werden", erklärte auch Analystin Stegemann.

Die im Frühjahr gescheiterte Übernahme von Schering hätte für Merck einen großen Schritt nach vorn bedeutet. Die Darmstädter waren vor allem an der Vertriebsmacht des Berliner Konkurrenten interessiert. Anders als Merck ist Schering in zwei wichtigen Absatzmärkten hervorragend aufgestellt; in den USA und Japan. Während die Berliner in beiden Ländern über insgesamt 2000 Vertriebsmitarbeiter verfügen, besteht der Merck-Vertrieb in Japan nur aus einer Hand voll Leuten. In den USA verfügt Merck über keinerlei eigenen Vertrieb, ja nicht einmal über die Rechte am eigenen Namen, eine Folge der Enteignung während des Ersten Weltkriegs.

Interesse am Unternehmen oder nur Spekulation

Nicht ganz auszuschließen ist aber auch, dass das Familienunternehmen Merck bei einer Übernahme durch Bayer auf einfache Art einen dreistelligen Millionengewinn einstreichen will. Experten hatten bereits im März darauf hingewiesen, dass das seit Ende 2005 durch Merck geduldig zusammengekaufte Aktienpaket von damals 4,9 Prozent der Schering-Aktien einen Kursgewinn von 250 Millionen Euro einzubringen versprach. Unschön allerdings, dass Spekulation auf einen noch höheren Angebotspreis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Lasten der Schering-Mitarbeiter gehen wird.

Sollte Bayer gezwungen sein, sich für die Übernahme von Schering noch höher zu verschulden, wird der Druck auf die Arbeitsplätze steigen. Sei es, dass Teile von Schering verkauft oder Jobs abgebaut werden müssen, um die Profitabilität zu erhöhen. "Eine Zerschlagung von Schering muss auf jeden Fall verhindert werden", sagte Sabine Süpke, die für die IG Bergbau, Chemie und Energie im Schering-Aufsichtsrat sitzt.

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