+
Im Milliardenstreit gab es eine Entscheidung: Madeleine Schickedanz soll über 520.000 Euro zahlen.

Milliardenstreit

Schickedanz soll Quelle-Insolvenzverwalter über 520.000 Euro zahlen

Hamm - Das Oberlandesgericht hat entschieden: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz muss dem Insolvenzverwalter des Versandhauses mehr als 520.000 Euro zahlen.

Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz muss dem Insolvenzverwalter des 2009 Pleite gegangenen Versandhauses mehr als 520.000 Euro zahlen. Hinzu kommen noch die seit September 2009 aufgelaufenen Zinsen. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm am Donnerstag (Az.: 27 U 83/16). Es bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Essen.

In dem Rechtsstreit ging es um Zahlungen, die die Quelle-Erbin vom Versandhaus als Miete für das ursprüngliche Kaufhaus der Familie in Hersbruck bei Nürnberg erhalten hatte, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters mitteilte. Diese Miete sei von Quelle unregelmäßig, meist vierteljährlich plus Zinsen bezahlt worden. Der Insolvenzverwalter sah darin angesichts der Beteiligung von Madeleine Schickedanz am Quelle-Mutterkonzern Arcandor eine Art Gesellschafterdarlehen und forderte das Geld zurück. Der 27. Zivilsenat des Oberlandgerichts Hamm gab ihm Recht.

Eine Revision gegen die Entscheidung ließ das Gericht nicht zu. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Erst kürzlich hatte Schickedanz, die bei der Pleite des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor einen Großteil ihres Vermögens verlor, einen milliardenschweren Schadenersatzstreit vor dem Kölner Landgericht mit einem Vergleich weitgehend abgeschlossen. Die 73-Jährige hatte in dem Verfahren 1,9 Milliarden Euro als Ausgleich für ihre Verluste in der Arcandor-Pleite verlangt. Doch bekommt sie wohl nur einen Bruchteil davon. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur erhält Schickedanz einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Air-Berlin-Tochter Niki ist am Ende
Die Vorbehalte der EU-Kommission wogen zu schwer: Die Lufthansa nimmt Abstand vom Kauf der österreichischen Niki. Die Flugzeuge der Air-Berlin-Tochter bleiben am Boden.
Air-Berlin-Tochter Niki ist am Ende
US-Notenbank erhöht Leitzins um weitere 0,25 Punkte
Die US-Notenbank macht weiter Fortschritte bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik. Anders als in Europa gehen die lange Zeit historisch niedrigen Zinsen langsam aber …
US-Notenbank erhöht Leitzins um weitere 0,25 Punkte
Insolvenzantrag: Air-Berlin-Tochter Niki stellt Flugbetrieb ein 
Die Air-Berlin-Tochter Niki ist insolvent. Airline-Gründer Niki Lauda denkt bereits über eine Übernahme nach.
Insolvenzantrag: Air-Berlin-Tochter Niki stellt Flugbetrieb ein 
Wirtschaft stabil: US-Notenbank erhöht Leitzins erneut
Zum dritten Mal in diesem Jahr hat die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins erhöht. Das ist die Folge der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten …
Wirtschaft stabil: US-Notenbank erhöht Leitzins erneut

Kommentare