Schiesser-Betriebsrat rechnet nicht mit Kündigungen

Radolfzell - Der Betriebsratschef des Wäscheherstellers Schiesser, Hans-Dieter Schädler, erwartet nach der Insolvenz des Traditionsunternehmens keinen personellen Kahlschlag.

Er sei zuversichtlich, dass Schiesser weder zerschlagen werde noch ein Mitarbeiterabbau geplant sei, sagte Schädler der Deutschen Presse-Agentur dpa in Radolfzell am Bodensee.

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Schiesser meldet Insolvenz an

Das bestätigte auch der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Grub: Er suche keinen Käufer, sondern wolle den Wäschehersteller sanieren, sagte er der dpa. Kündigungen seien nicht vorgesehen. "Schiesser ist eine starke Marke, die auch durch eine Insolvenz nicht untergehen wird", betonte Grub. Er rechne mit einem Zeitraum von rund einem halben Jahr für die Sanierung.

Wegen Finanzierungsproblemen hatte Schiesser nach Angaben von Schädler bereits im Dezember den Abbau von 100 der 600 Jobs am Standort Radolfzell beschlossen. Bis zum Sommer soll der Stellenabbau umgesetzt werden. Insgesamt hat Schiesser in Deutschland derzeit rund 700 Mitarbeiter. Einschließlich der ausländischen Tochtergesellschaften beschäftigt das 1875 gegründete Unternehmen rund 2300 Menschen. Schiesser gehört zur Schweizer Hestatex Gruppe. Diese soll sich nach immer größeren Finanzierungslücken geweigert haben, die Löcher weiter zu stopfen.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern sei zwar gedrückt, sagte der Betriebsratschef. Nach der Betriebsversammlung am Montagnachmittag habe es aber trotz der überraschenden Nachricht über die Insolvenz auch eine gewisse Erleichterung gegeben, dass nun Klarheit über die Lage im Unternehmen herrsche. Schiesser hatte den Insolvenzantrag damit begründet, dass notwendige Anschlussfinanzierungen nicht sichergestellt werden könnten und Altlasten aus der Vergangenheit zu 65 Millionen Euro Bankschulden geführt hätten.

dpa

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