Schlachthöfe ohne Überlebenschance

- München - Einigen bayerischen Schlachthöfen schlägt bald das letzte Stündchen. Die Südfleisch AG will bis in drei Jahren mindestens fünf ihrer neun großen Schlachthöfe schließen. Längerfristig droht auch den kleineren Betrieben, die oft auf kommunaler Ebene verankert sind, das Aus. Die Schließungen sind Bestandteil der neuen Strategie des Fleisch-Konzerns."Wir können nicht mehr an jedem Standort alles machen", sagt Vorstandssprecher Karl-Heinz Kiesel. Man wolle sich an den verbleibenden Orten spezialisieren.

<P> In Südbayern soll es einen zentralen Schweineschlacht-Standort geben. In Waldkraiburg werden zentral Rinder zerlegt werden. Auch Würzburg und Weiden dürften in der Standort-Wahl, getrennt nach Schlachtung und Zerlegung, gesetzt sein.<BR>Gleichzeitig versucht der Fleisch-Konzern, seine weiteren Standbeine zu stärken. </P><P>"Die Denkweise im Unternehmen ist sehr schlachtbezogen", kritisierte Kiesel. Er will Südfleisch (unter anderem mit der Marke Lutz präsent) als Vollsortimenter aufstellen. Vor allem bei den abgepackten Selbstbedienungsprodukten hofft man auf einen wachsenden Markt. Den braucht man dringend, denn die Fleischbranche klagt über sinkende Preise trotz knapperen Angebots.<BR>Der Konzern selbst hofft für 2003 auf ein ausgeglichenes Ergebnis. Im Krisenjahr 2002 fielen auf Konzernebene 4,5 Millionen Euro Minus an. Nur durch einen Forderungsverzicht der Banken in Höhe von 21,5 Millionen Euro und einen drastischen Kapitalschnitt auf Kosten der wenig begeisterten Aktionäre war die Südfleisch überhaupt gerettet worden. </P><P>"Die harte Realität hat die Schlacht- und Zerlegebranche wieder erwischt", sagte Kiesel. Für Ende dieses Jahres kündigte der Vorstand eine neue kleine Kapitalerhöhung von zwei Millionen Euro an. Außerdem will Südfleisch weiter Personal abbauen - heuer ebenso wie 2002 insgesamt 200 Mitarbeiter.</P><P><BR>Konkrete Gespräche mit möglichen neuen Partnern führe man derzeit nicht, sagte Kiesel. Im Markt sei aber Bewegung: "Wenn sich etwas anbietet", so Kiesel, werde man Gespräche aufnehmen.<BR><BR><BR clear=all><BR clear=all></P>

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