BP schlägt zurück: Klage gegen russische Partner

New York/London - Im milliardenschweren Streit beim russisch-britischen Ölkonzern TNK-BP fährt der Ölmulti BP nun schweres Geschütz auf. Das Unternehmen verklagte die russischen Partner in dem Gemeinschaftsunternehmen und fordert von ihnen eine Summe von 370 Millionen Dollar.

Das sagte ein BP-Sprecher dem "Wall Street Journal" (Samstag). BP und die Russen halten jeweils die Hälfte an TNK-BP. Seit Monaten tobt ein heftiger Kampf um die Kontrolle über den drittgrößten russischen Ölförderer. Seit langem wird spekuliert, dass ein vom Kreml kontrollierter Konkurrent wie Gazprom oder Rosneft das Unternehmen übernimmt.

Auf russischer Seite teilen sich die drei Milliardäre Michail Fridman, Leonard Blawatnik und Viktor Wechselberg die Beteiligung an TNK-BP. BP fordert den Millionenbetrag in London als Schulden im Zusammenhang mit Steuernachzahlungen ein. Diese waren bei einer Firma fällig geworden, die von den russischen Partnern bei der Schaffung von TNK-BP 2003 in den Konzern eingebracht worden war. Ein Vertreter der russischen Großaktionäre sagte der Zeitung, sie fänden den von BP geforderten Betrag überhöht.

In dem Konflikt um das russische Öl könnte es in den kommenden Tagen wichtige Weichenstellungen geben. Am Montag will laut Medienberichten der britische Premierminister Gordon Brown am Rande des G8-Treffens in Japan mit dem neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew über das Thema sprechen. Ebenfalls für Montag haben die russischen Partner eine außerordentliche Sitzung des Verwaltungsrates angesetzt, bei der sie den britischen Chef von TNK-BP, Robert Dudley, absetzen wollen. Sie werfen der BP-Seite schlechtes Management vor und hatten ebenfalls mit Klagen gedroht. Zuletzt hatten die ausländischen Manager um Dudley befürchtet, ihre russischen Visa nicht erneuert zu bekommen. Inzwischen kündigten die russischen Behörden jedoch an, neue Einreisepapiere ausstellen zu wollen.

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