Schlecht informiert wird Urlaub mit dem Auto zum teuren Spaß

- Die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen sind Italien, Frankreich, Österreich, Kroatien, Spanien, die Niederlande und die Schweiz. Wenn Kinder, Zelt, viel Gepäck und vielleicht auch noch der Hund mit in die Ferien fahren, ist das Auto innerhalb Europas eine gute und bequeme Alternative zu anderen Verkehrsmitteln. Doch mit den eigenen vier Rädern im Ausland unterwegs muss eine Menge beachtet und geplant werden.

Benzinpreise

"Rund 50 Prozent der deutschen Urlauber fahren am liebsten mit dem Auto in die Ferien", zitiert Andrea Piechotta vom ADAC eine Statistik - und das trotz gestiegener Benzinpreise. Vor der Abfahrt sollte deshalb überlegt werden, wo getankt wird. Denn außer in den Niederlanden, Belgien und Dänemark ist das Benzin vielerorts billiger als daheim. Der Zapfsäulen-Halt rentiert sich besonders in Österreich, Kroatien und der Schweiz. Etwas günstiger ist's in Italien und Frankreich.Tempolimits

Gut mit Kraftstoff versorgt, sollte man es nicht übertreiben: In Österreich gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen und 100 km/h außerorts. Die Kombination 90/130 km/h gilt in Italien, Frankreich, Kroatien. Die Schweizer und Holländer schrauben ihre Limits noch je zehn km/h herunter. Und in Spanien sollten es nicht mehr als 90 bzw. 120 km/h sein. Frankreich-Reisende müssen Sonderregelungen beachten. So dürfen Fahrer, die den Führerschein weniger als zwei Jahre besitzen, nur 80 außerorts und 100 km/h auf Schnellstraßen fahren. Dafür können Gespanne - fast überall auf 80 km/h begrenzt - auf den Autobahnen Richtung Paris bis Tempo 130 fahren.Bußgelder

"So gut viele Fahrer über Höchstgeschwindigkeiten informiert sind, so schlecht sind sie es bei Bußgeldern", sagt die ADAC-Expertin. "Nur von der Schweiz wissen viele: Das wird teuer." Bis zu 20 Sachen zu schnell unterwegs bedeuten 160 Euro Strafe bei den Eidgenossen. Temposündern drohen aber auch in Italien und Frankreich empfindliche Bußgelder. In Frankreich sind es etwa 90 Euro bei bis zu 20 km/h mehr auf dem Tacho. Carabinieri kassieren bei Überschreitungen von mehr als zehn km/h 143 Euro.Warnweste

Gewarnt sein sollten Urlauber auch in Sachen Warnweste. Während die orange Jacke in Deutschland nur im Dienstwagen an Bord sein muss, gilt eine generelle Pflicht in Spanien, Italien, Portugal und Österreich. Strafe: bis zu mehreren hundert Euro. "Obwohl sich dieses Gesetz mittlerweile herumgesprochen haben sollte, müssen wir immer wieder daran erinnern - vor allem die Österreich-Touristen", berichtet Andrea Piechotta.Vignettenpflicht

Ein kleiner Aufkleber an der Windschutzscheibe ist in Österreich und der Schweiz wichtig. In Österreich gibt es die für die Autobahn nötige Vignette für zehn Tage, zwei Monate oder ein Jahr (7,60 bis 72,60 Euro). Vergessen kostet 120 Euro, Manipulation gar das Doppelte. In der Schweiz existiert nur die Jahresvariante (27,50 Euro).Autobahngebühren

Statt Vignetten gibt es in den meisten anderen Ländern Europas Autobahngebühren - die können Urlauber wenigstens nicht vergessen. So kostet die Strecke Straßburg - Paris 30 Euro, der Abschnitt Brenner - Rom rund 35 Euro. Genug Bargeld sollte auch bei Fahrten durch andere Länder zur Hand sein. Für Italien empfiehlt sich aber eine ViaCard zur elektronischen Bezahlung (zu 25 und 50 Euro), um langes Warten zu vermeiden. "Mit dieser Karte ist die Maut außerdem ein bisschen billiger", rät Andrea Piechotta zu.Über die Alpen

Die schnellsten Routen über die Alpen sind oft unterirdisch, meist kostenpflichtig: der Löschbergtunnel (16 Euro/Pkw), der Felbertauerntunnel (20 Euro), die Großglocknerstraße (26 Euro) und die Tauernschleuse (15 Euro). "Nebenstrecken lohnen sich nur landschaftlich oder wenn andere Passagen überfüllt sind", meint die Expertin. Nachteile: Höhere Spritkosten, längere Fahrt.Promillegrenzen

In den meisten Länder gilt die 0,5-Promille-Grenze - etwa in Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Türkei. Die Schweiz hat Anfang 2005 von 0,8 auf ebenfalls 0,5 gesenkt. Nüchtern am Steuer muss man in Estland, Kroatien, Litauen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn sein. Verstöße kosten mehrere hundert Euro Bußgeld. Bei Unfällen drohen Haftstrafen.Hund an Bord

Viele Urlauber vergessen, dass ihr Haustier auf Reisen drei Dinge braucht: Mikrochip/Tätowierung, Tollwut-Schutzimpfung und EU-Heimtierausweis. Ohne Vierbeiner-Pass kann es an der Grenze Probleme geben. Im Einzelfall entscheiden die Einreiseländer über Sanktionen bis hin zur Quarantäne, die mit erheblichen Kosten verbunden sein können.Verbotene Mitbringsel

Auf dem Heimweg warten als weiterer Stolperstein die Zollbestimmungen. Auf Souvenirs aus Tiermaterialien sollten Urlauber verzichten. Auch Muscheln oder Korallen können viel Ärger bis hin zu Haftstrafen bringen. Vorsicht geboten ist zudem bei Antiquitäten und kulturell-historischem Material. Auch wer sich mit gefälschten Waren eindeckt, kann sich strafbar machen. "Sind im Koffer ein paar gefälschte Jeans, die offensichtlich für den Privatgebrauch sind, kommt man damit noch durch", berichtet Alexander Gaul von der Vereinigung zur Bekämpfung von Produktpiraterie. Größere Menge werden rigoros abgenommen - der Urlauber wird zum Schmuggler. Generell gilt eine Reisefreimenge für Waren von 175 Euro/Person. Achtung: Bei Zigaretten und Alkohol gibt es in den neuen EU-Ländern niedrigere Grenzen, um Schmuggel einzudämmen.

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