Schlechte Aussicht für T-Online-Aktionäre

- München - Die Deutsche Telekom AG und ihre Tochter T-Online haben sich auf ein Umtauschverhältnis von 0,45 bis 0,55 Telekom-Aktien für eine T-Online-Aktie geeinigt. Damit fahren die Aktionäre nach den derzeitigen Kursen aber noch schlechter als mit dem weitestgehend verschmähten Barangebot von 8,99 Euro je T-Online-Papier.

Nach dem in einer Pflichtmitteilung veröffentlichten Umtauschverhältnis bekämen die Aktionäre mehr oder weniger die Hälfte des Wertes der T-Aktie, die gestern maximal bei 16,70 Euro stand.

Auch nach dem Kurssturz um 7,5 Prozent notierte die T-Online-Aktie knapp über 9 Euro, wenig, aber immer noch etwas höher als das am 4. Februar auslaufende Barangebot.

Die Deutsche Telekom hatte im Oktober angekündigt, dass sie ihre Internet-Tochter wieder von der Börse nehmen will. Für die Aktionäre dürfte es ärgerlich sein, dass die Offerten der Telekom unter dem derzeitigen Börsenwert liegen.

Doch wie soll sich der Aktionär verhalten? "Ich persönlich würde das Angebot nicht annehmen", sagt Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Bis jetzt seien die Angebote stets besser geworden. Doch darauf zu vertrauen, sei genauso Spekulation wie der Kauf einer Aktie Spekulation ist.

Für diejenigen, die schon beim Börsengang im April 2000 dabei waren, ist es auf jeden Fall ein Minusgeschäft, ob sie jetzt verkaufen, das Barangebot annehmen oder eine halbe T-Aktie bekommen. Die ersten Aktionäre hatten nämlich 27 Euro hingelegt. Noch üblere Verluste werden die Anleger gegenwärtigen müssen, die im ersten Halbjahr T-Online-Aktien nachkauften. Bis Mitte jenes Jahres stieg das Papier auf bis zu 48 Euro.

Die Telekom bekräftigte, dass sie ihr Barangebot nicht erhöhen und nach dessen Ablauf auch kein weiteres öffentliches Kaufangebot für die T-Online-Aktien mehr machen werde. Diese Ankündigung ließ die T-Aktie um 2,8 Prozent steigen.

Einen "Bärendienst für die Aktienkultur" nannte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) das jüngste Angebot. "Als das Geschäft risikoreich war, wurden die freien Aktionäre hinzugebeten, jetzt wo es ertragreich zu werden verspricht, werden sie hinauskomplimentiert", rügte die Aktionärsschützerin.


 

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