Schlechte Karten für den Urlaub

- München - "Die Freiheit nehm ich mir" - diesen Werbespruch einer Kreditkartenfirma haben Computer-Hacker auf ihre Art interpretiert. Sie haben Kundendaten von Mastercard und Visa erbeutet. In Deutschland sind mehrere tausend Kartenbesitzer betroffen, wie Sprecher beider Unternehmen bestätigten. Wer sich darauf verlässt, im Urlaub mit der Kreditkarte zu bezahlen, könnte Schwierigkeiten bekommen. Betroffene Karten wurden gesperrt und sollen dieser Tage ausgetauscht werden.

<P>Wenn es um Sicherheitslücken im sensiblen Karten-Geschäft geht, tröpfeln die Informationen bei den Unternehmen spärlich. Zum einen fürchten sie, Nachahmer zu animieren, zum anderen, das Misstrauen von Kunden zu wecken. "Wir wurden informiert, dass die Möglichkeit besteht, dass Dritte in den Besitz Ihrer Kreditkarte gelangt sein könnten", schrieb die HypoVereinsbank ihren betroffenen Kunden. "Um jegliche Gefahr des Betruges von dritter Seite zu vermeiden", würden die Karten bis Anfang August ausgetauscht. Die Bank selbst hat das Sicherheitsproblem nicht zu verantworten. Sie ist jedoch der Ansprechpartner für den Kreditkarten-Kunden, für den das Umtausch-Verfahren zwar lästig ist, aber auch wichtig.</P><P>Computer-Hacker haben sich nach Angaben von Mastercard-Sprecher Claus Weyers Zugang zu Kartendaten verschafft. Der Datenklau über das Internet fand "möglicherweise bei einem Abrechnungsunternehmen" statt. Genauer will sich Weyers nicht äußern. Abrechnungsunternehmen vermitteln die Daten zwischen den Händlern, die Kreditkarten annehmen, und den Banken, die die fälligen Beträge von den Konten ihrer Kunden einziehen und weiterleiten. Es handele sich nicht um ein spezifisches Problem einzelner Banken, sondern könne grundsätzlich jedes Institut betreffen.</P><P>"In Besitz dieser Daten kann man auch kommen, wenn man den Beleg an der Tankstelle mitnimmt", beschwichtigt Weyers. Zudem würden den Kunden im Fall eines Missbrauchs zu Unrecht eingezogene Beträge erstattet. Man habe die Banken über den Datenklau informiert - wie diese damit umgingen, sei ihnen überlassen.</P><P>Zumindest bei der HypoVereinsbank nimmt man den Vorfall ernst genug, um den Austausch betroffener Kreditkarten zu veranlassen. Dieses Vorgehen sei "sehr vorsichtig und sehr vorsorglich", wie Weyers sagt. Institute könnten sich aber auch dazu entschließen, nicht zu reagieren. Derzeit sei in Zusammenhang mit dem Datenklau kein Missbrauchs-Fall in Deutschland bekannt.<BR></P>

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