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Schlechte Konsumstimmung bremst Einzelhandel

Wiesbaden - Die schlechte Konsumstimmung und steigende Preise bremsen das Geschäft im deutschen Einzelhandel. Im September machten die Einzelhändler nominal 1,2 Prozent weniger Umsatz als ein Jahr zuvor, meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Preisbereinigt betrug das Minus sogar 2,2 Prozent, allerdings habe der September einen Verkaufstag weniger als der September 2006 gehabt. Zwar verbuchten Modehäuser und Schuhgeschäfte zum Saisonwechsel ein sattes Umsatzplus von 12,7 Prozent. Doch vor allem Lebensmittelgeschäfte und Kaufhäuser litten unter der Konsumschwäche.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hofft nun auf ein gutes Weihnachtsgeschäft, um die Prognose von 0,5 Prozent Umsatzplus im Gesamtjahr noch zu erreichen. In den ersten neun Monaten blieben die Umsätze laut Statistik bislang 0,9 Prozent unter dem Vorjahr.

"Den erhofften Durchbruch haben wir im September nicht gesehen", sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. "Aber es gibt bemerkenswerte Anzeichen für eine Erholung." Im Vergleich zum August stiegen die Erlöse im September nominal um 2,6 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit und Lohnerhöhungen sprächen für eine Besserung des Konsumklimas.

Als Grund für die Konsumzurückhaltung sieht der Verband nach wie vor die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent zu Beginn dieses Jahres. Aber auch der verregnete Sommer habe den Einzelhändlern zu schaffen gemacht. "Die Verteuerung von Energie und Nahrung drückt die reale Kaufkraft und schlägt auf die Stimmung der Konsumenten", schrieben die Volkswirte der Commerzbank.

Steigende Preise für Milch, Brot und Butter ließen die Umsätze von Bäckereien und Lebensmittel-Fachgeschäften um 4,2 Prozent sinken. Nur wegen des mäßigen Wetters haben die Verbraucher die neue Herbstkollektion laut Commerzbank schnell aus den Läden getragen. Im Oktober sei aber mit einem deutlichen Umsatzrückgang zu rechnen.

In den ersten neun Monaten des Jahres waren der Facheinzelhandel, Textil- und Schuhgeschäfte sowie Geschäfte mit kosmetischen und pharmazeutischen Produkten die Gewinner (mit je 2,5 beziehungsweise 2,6 Prozent Umsatzzuwachs). Am stärksten verloren Kaufhäuser (minus 3,8 Prozent). Dieses vorläufige Ergebnis errechnet das Statistische Bundesamt aus Daten von sieben Bundesländern, in denen gut drei Viertel des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden. (dpa)

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