+
Die Wirtschaftsforscher des RWI mussten ihre Prognose für 2010 korrigieren. Die Erwartungen an die Wirtschaft sind nun pessimistischer.

Schlechte Prognose für Deutschland

Essen - Die Wirtschaftsforscher des RWI mussten ihre Prognose für 2010 korrigieren. Die Erwartungen an die Wirtschaft sind nun pessimistischer. Und ein Lich am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht.

Die deutsche Wirtschaft kämpft sich nur mühsam aus der Krise. Weil die Erholung zuletzt wieder ins Stocken geriet, hat das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) seine Prognose für das laufende Jahr von 1,6 auf 1,4 Prozent gesenkt. Seit Anfang des Jahres ließ vor allem der harte Winter die Bauproduktion deutlich einbrechen, wie die Experten am Mittwoch erklärten.

2011 sollen der wieder anziehende Export und steigende Investitionen dann für ein Plus von 1,6 Prozent sorgen. Insgesamt stabilisierend dürfte sich laut RWI die Lage auf dem Arbeitsmarkt auswirken, der sich trotz des massiven Konjunktureinbruchs nur wenig verschlechtert hat. Die Arbeitslosenquote werde bis ins nächste Jahr voraussichtlich nicht stark ansteigen, hieß es. Zudem soll im Lauf des kommenden Jahres auch die Inlandsnachfrage an Kraft gewinnen. Schon im Januar sei der Auftragseingang kräftig gestiegen und die Industrieproduktion leicht ausgeweitet worden.

Privater Konsum stockt

Der private Konsum wird nach Einschätzung der Experten dagegen kaum einen großen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten, da Löhne und Renten derzeit kaum steigen. Auch die Kreditvergabe an Unternehmen könnte dem RWI zufolge erneut zum Problem werden, da in der Spätphase von Rezessionen erfahrungsgemäß auch die Forderungsausfälle der Banken noch einmal zunehmen.

Hinzu komme, dass die Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen ohnehin stark gelitten haben dürfte, weil sie durch die Rezession nun über weniger eigene Finanzreserven verfügen. Im Dezember vergangenen Jahres hatte das RWI seine Prognose für 2010 noch um 0,4 Prozentpunkte nach oben korrigiert, wegen der unsicheren Lage gleichzeitig jedoch vor zu viel Euphorie gewarnt. Die Regierung rechnet wie das RWI für 2010 mit einem BIP-Wachstum von 1,4 Prozent.

Rezession überwunden

Insgesamt habe die Weltwirtschaft die Rezession überwunden, erhole sich aber nur sehr verhalten und regional unterschiedlich, erklärten die Experten. Während die Industrieproduktion der Schwellenländer rasch wieder einsprang und inzwischen das Niveau vom Herbst 2008 ereicht hat, liegt sie in den Industrieländern laut RWI noch 15 Prozent unter ihrem konjunkturellen Höhepunkt.

In Ländern mit außerordentlich stark steigender Staatsverschuldung wie etwa Spanien oder Griechenland sei die Wirtschaftsleistung bis zuletzt sogar geschrumpft. Alles in allem dürfte die Wirtschaftsleistung in den Industrieländern in diesem und im kommenden Jahr um rund zwei Prozent steigen, prognostizierte das Institut.

DAPD

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erste Schadenersatz-Klagen gegen Lkw-Kartell
Stuttgart - Vor dem Landgericht Stuttgart sind erste Schadenersatz-Klagen gegen die Beteiligten des Lastwagen-Kartells eingegangen.
Erste Schadenersatz-Klagen gegen Lkw-Kartell
Athens Haushaltszahlen fallen positiv aus
Was die internationalen Geldgeber freuen dürfte, geht an den Menschen in Griechenland allerdings vorbei: Die Arbeitslosigkeit greift um sich. Junge Leute wandern aus.
Athens Haushaltszahlen fallen positiv aus
Touristenrekord trotz Terror: UNWTO sieht auch 2017 Anstieg
Die Reiselust lässt sich vom Terror nicht trüben. Dank des siebten Anstiegs in Folge wurde 2016 ein neuer weltweiter Touristenrekord erreicht. Eine vergleichbare …
Touristenrekord trotz Terror: UNWTO sieht auch 2017 Anstieg
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an
Detroit - Autobauer General Motors will eine Milliarde US-Dollar in die heimische Produktion investieren. Der Grund? Donald Trumps Politik. 
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an

Kommentare