Klage wegen Unkrautvernichter

Schlechter Kauf? Bayer-Aktie verliert nach Monsanto-Problemen massiv an Wert

15 Milliarden Euro Wertverlust - in wenigen Tagen. Der Kauf des US-Konzerns Monsanto macht der Bayer-Aktie momentan massiv zu schaffen.

Leverkusen - Der Chemiekonzern Bayer verliert nach Berichten über weitere Klagen gegen Monsanto massiv an Wert. Am Donnerstagvormittag lag die Aktie des Bayer-Konzerns, der das US-Unternehmen übernommen hat, mehr als fünf Prozent im Minus. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche berichtet, dass US-Farmer eine Klage wegen des Unkrautvernichtungsmittels Dicamba eingereicht hätten. Der Unkrautvernichter wird bei genveränderten Pflanzen eingesetzt, steht aber in Verdacht, Schäden auf konventionell bepflanzten Nachbarfeldern anzurichten.

Farmer aus den US-Bundesstaaten Arkansas und South Dakota reichten die Sammelklage laut "Wirtschaftswoche" am Bezirksgericht St. Louis ein. Die Klagen richten sich demnach auch gegen den Bayer-Konkurrenten BASF.

Seit Beginn der Woche 15 Milliarden Euro an Wert verloren

Bayers Aktie hatte bereits am Montag einen heftigen Schlag bekommen, nachdem ein Gericht in den USA den Agrarkonzern Monsanto zur Zahlung von 290 Millionen Dollar an einen Krebskranken verurteilt hatte. Dieser führte seine Erkrankung auf das Herbizid Glyphosat zurück, Monsanto bestreitet aber einen Zusammenhang. Tausende weitere Krebspatienten haben deshalb haben Klage gegen Monsanto eingereicht.

Seit Beginn der Woche hat Bayer wegen des Monsanto-Desasters somit rund 15 Milliarden Euro an Wert verloren, das entspricht fast einem Fünftel des Gesamtwerts. Die Aktie notierte so niedrig wie seit März 2013 nicht mehr. Bayer hatte Monsanto erst im Juni für rund 63 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) übernommen.

Lesen Sie auch: Nach Anzeige gegen Bayern - Ermittlungen wegen Glyphosat in Honig

AFP

Rubriklistenbild: © AFP/Georges Gobet

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