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Die Verhandlungen um Schlecker gehen weiter.

Investor aus Osteuropa will Schlecker kaufen

Stuttgart - Der Kreis möglicher Investoren, die Schlecker retten könnten, wird kleiner: Es sollen keine deutschen Bieter mehr in der engeren Auswahl sein. Dafür meldet sich laut eines Medienberichts ein osteuropäischer Investor.

Der osteuropäische Finanzinvestor Penta Investments zählt laut einem „Spiegel“-Bericht ebenfalls zu den Interessenten für eine Übernahme der insolventen Drogeriekette Schlecker. „Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht“, sagte ein Penta-Sprecher dem Nachrichtenmagazin. Skeptisch sei der potenzielle Investor bezüglich eines neuen Engagements von Meike und Lars Schlecker, der Kinder des Firmengründers Anton Schlecker. Man könne sich höchstens eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellen, heißt es laut „Spiegel bei Penta. Für die Modernisierung der verbliebenen Schlecker-Läden sei ein Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro eingeplant. Ein weiterer Jobabbau sei nicht vorgesehen. 

Penta mit Hauptsitz in Prag hat osteuropäische Wurzeln und startete in den 1990er Jahren als Wertpapierhändler, hat sich aber seitdem zu einer internationalen Investment- und Immobiliengruppe entwickelt. Schwerpunkte sind Tschechien, die Slowakei und Polen. Insgesamt hält das Unternehmen nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von 3,4 Milliarden Euro.

Bisher war bekanntgeworden, dass sich das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group für eine Schlecker-Übernahme interessiert. Zuletzt hatte der Insolvenzverwalter bestätigt, es gebe fünf „ernstzunehmende“ Interessenten. Bei der Auswahl ist er auf die Zustimmung der Gläubiger angewiesen. Ein Abschluss ist für Mai vorgesehen. Nach der Kündigung von rund 11 000 Mitarbeitern arbeiten nur noch etwa 13 500 Beschäftigte für die Drogeriekette.

dpa

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