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Meike und Lars Schlecker.

Vater wird unterstützt

Schlecker-Kinder: Kein Geld zur Seite geschafft

Ehingen - Erstmals seit der beschlossenen Abwicklung der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker haben sich die Kinder des Unternehmensgründers, Meike und Lars Schlecker, zu Wort gemeldet.

In einer am Freitag in Ehingen veröffentlichten Erklärung traten sie dem Eindruck entgegen, die Familie hätte Geld zur Seite geschafft oder nicht alles unternommen, um die Pleite doch noch abwenden zu können. Ihr Vater sei berechtigterweise in die Insolvenz gegangen. “Ein signifikantes Vermögen, das dies hätte verhindern oder die Restrukturierung sichern können, hat es nicht gegeben, was auch der Insolvenzverwalter inzwischen mehrfach bestätigt hat.“

Meike und Lars Schlecker erklärten in der schriftlichen Stellungnahme, die Insolvenz des Unternehmens sei sicherlich ein Einschnitt, den man nur äußerst schwer verarbeiten könne. Sie betonten, dass sie ihren Vater unterstützen. Er besitze kein Vermögen mehr. “Vom Sportwagen bis zur schönen Uhr hat er alles als Teil der Insolvenzmasse abgeben müssen.“ Die Familie habe in den vergangenen Jahren massiv Gelder in den einstigen Branchenprimus gesteckt. Dies sehe man beispielsweise an der Tatsache, dass beide Kinder deutliche Millionenbeträge als private Einlagen (jeweils rund 49 Millionen Euro) sowie über ihre Dienstleistungsgesellschaft (rund 64 Millionen Euro) in die Firma hätten einfließen lassen. Die Kinder seien selbst Gläubiger. Außerdem habe die von ihnen betriebene Dienstleistungsfirma gleichfalls Insolvenz angemeldet.

Meike und Lars Schlecker bekräftigten, dass sie mit dem Insolvenzverwalter zusammenarbeiteten. Übertragungen vom Vater auf die Kinder würden selbstverständlich diskutiert und gegebenenfalls auch wieder rückabgewickelt. Genaue Angaben zum Vermögen machten die Schlecker-Kinder mit Verweis auf die Privatsphäre aber nicht. Sie räumten gleichfalls ein, dass die Insolvenz die Folge unternehmerischer Fehlentscheidungen war. “Das Wachstumsmodell der Vergangenheit wurde zum Wackelstein für das laufende Geschäft und die Zukunftsfähigkeit der Unternehmung.“

Das Schreiben im Wortlaut:

Persönliches Statement Meike und Lars Schlecker

Ehingen, 22.06.2012

Wir werden immer wieder gefragt, wie es uns als Familie geht und ehrlicherweise können wir dazu nur sagen: Es ist ein Schock, eine Tragödie und ein Desaster. Für unseren Vater und auch für unsere Mutter, die beide gemeinsam das Unternehmen aufgebaut und geführt haben, ist ihr Lebenswerk komplett zusammengebrochen. Aber auch wir Kinder liegen oft wach und grübeln. Da gibt es kein Zurück in die Normalität, denn die Firma war für uns alle Lebensinhalt -und da ist jetzt erst einmal ein großes Nichts. Was uns alle ganz besonders schmerzt, ist, das Schicksal der vielen Schlecker-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern hier in Deutschland, in der Fläche, in der Zentrale und in allen Ländern. Schlecker hat über viele Jahre einer großen Zahl von Menschen sichere Arbeitsplätze, im Vergleich mit dem Wettbewerb überdurchschnittlich viele Vollzeitstellen, seit 2010 die weitreichendsten Tarifverträge der Branche und damit ein gutes Auskommen geboten. Das ist uns zuletzt nicht mehr gelungen und das tut uns am meisten leid.

dpa

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