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Schlecker-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Arbeitsplätze: Die Sanierung der insolventen Drogeriekette zieht sich hin.

Schlecker-Sanierung zieht sich hin

Ulm/Stuttgart - Für die Zukunft der insolventen Drogeriekette Schlecker zeichnet sich aus Sicht der Gewerkschaft ver.di keine schnelle Einigung ab. „Das zieht sich hin“, sagte ver.di-Sprecher Christoph Schmitz.

Vertreter der Gewerkschaft hatten zuvor zweitägige Gespräche mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz über den Sanierungskurs begonnen. Ein möglicher Investor zog sich unterdessen zurück.

Es gebe „ein ernsthaftes Bemühen“, vor richtigen Verhandlungen die vielen noch offen Fragen zu klären, erklärte Schmitz. Mit Resultaten sei eher in der kommenden Woche zu rechnen. Von den 10.000 gekündigten Schlecker-Beschäftigten haben demnach bislang mehrere Hundert Klage gegen ihre Entlassung eingereicht. Bis zum Ablauf der Klagefrist am Ende dieser Woche würden noch weitere hinzukommen, sagte Schmitz.

Schlecker hat nach der Massenentlassung noch 13.500 Beschäftigte. Insolvenzverwalter Geiwitz hatte vor den Gesprächen in Ulm als Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter eine Einsparung von 15 Prozent bei den Personalkosten gefordert. Ver.di lehnte dies als überzogen ab, zeigte sich aber zu Gesprächen über einen Beitrag der Arbeitnehmer bereit.

Osteuropäische Finanzgruppe verliert Interesse an Schlecker

Die osteuropäische Finanzgruppe Penta stieg derweil aus dem Bieterprozess aus. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Prag werde kein verbindliches Angebot abgeben, sagte Patrick Hacker , Sprecher der Schlecker-Insolvenzverwaltung, der „Südwest Presse“. Es sei ein üblicher Vorgang in einem Prozess der Investorensuche, dass jemand abspringt. „Wir haben aber noch fünf ernsthafte Interessenten, die dabei sind“, sagte Hacker. Penta war zunächst als möglicher Investor hoch gehandelt worden, ruderte nun aber offenbar nach einem vertieften Blick in die Zahlen zurück.

dapd

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