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Allein in Deutschland beschäftigt Schlecker 30 000 Menschen.

Offiziell: Schlecker reicht Insolvenz ein

Ulm - Schlecker hat beim Amtsgericht Planinsolvenz beantragt. Dieses muss entscheiden, ob der Drogerieriese eigenständig bleibt. Die spannende Frage: Tragen die Gläubiger das Sanierungskonzept mit?

Die Drogeriekette Schlecker hat am Montagmorgen Planinsolvenz beim Amtsgericht Ulm beantragt. „Bei uns ist ein unterzeichnetes Fax eingegangen, im Laufe des Vormittags wird der Antrag im Original eingehen“, sagte ein Sprecher des Gerichts. Bereits das Fax gelte aber als „vollwirksamer Antrag“. Ein Schlecker-Sprecher bestätigte das Einreichen des Antrags. Angaben zum Sanierungskonzept machte er zunächst nicht.

Der zuständige Insolvenzrichter Benjamin Webel prüft nach Angaben des Gerichts den Antrag und wird dann entscheiden, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird - und in welcher Form. Schlecker strebt eine Planinsolvenz an, um sich in Eigenregie zu sanieren. Ein Insolvenzverwalter berät dabei eher, die Geschäftsführung bleibt im Amt. „Wer Insolvenzverwalter wird, ist noch nicht entschieden“, sagte der Gerichtssprecher. Es werde jemand mit Erfahrung mit solch großen Fällen sein.

Die Drogeriekette hatte am Freitag angekündigt, wegen finanzieller Engpässe in die Planinsolvenz zu gehen und sich selbst sanieren zu wollen. Europaweit rund 47 000 Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Das Unternehmen wird als eingetragener Kaufmann, Anton Schlecker e.K., geführt und hält nach Angaben des Gerichts Anteile an etlichen Tochtergesellschaften. Schlecker hafte somit mit seinem Privatvermögen.

Das Auslandsgeschäft ist von der Insolvenz nicht betroffen. Auch die Tochter IhrPlatz ist außen vor, wie das Unternehmen am Montag in Ehingen mitteilte. Neben rund 7000 Läden in Deutschland hat Schlecker in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal insgesamt circa 3000 Filialen.

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Der Drogerieriese hatte zuletzt weit mehr als 1000 Filialen geschlossen und mit sinkenden Umsätzen und Verlusten zu kämpfen. Parallel zum Antrag führt die Familie Schlecker, die das Unternehmen leitet, Gespräche mit den Gläubigern. Vor allem eine geplatzte Zwischenfinanzierung für die Einkaufsgemeinschaft Markant hatte zu dem Schritt geführt. Unklar ist, ob die Gläubiger die Planinsolvenz mittragen. Markant etwa habe bei Gericht Bedenken angemeldet, berichtete die „Financial Times Deutschland“.

Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ fordern mehrere große Gläubiger, den Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann zum Insolvenzverwalter zu machen. Hermann hatte zuletzt die Warenhauskette Woolworth aus der Insolvenz geführt. Die Ulmer Amtsrichter hingegen bevorzugen laut dem Blatt einen Insolvenzverwalter aus Bayern. In Finanzkreisen werde erwartet, dass der Kaufmann Werner Schneider aus Neu-Ulm zum Zuge komme. Er ist gerade beim Druckmaschinenbauer Manroland im Einsatz.

Sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist, hat Schlecker weitreichende Möglichkeiten, etwa auf Mietwirkungen und dem Abbau von Stellen hinzuwirken. Allerdings gibt es aus Sicht der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi offene rechtliche Fragen. Eigentlich gilt bis zum Sommer ein Beschäftigungssicherungsvertrag.

dpa

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