Schlecker: Verdi bittet um mehr Zeit

Ehingen/München - Die Gewerkschaft Verdi hat unmittelbar vor der Sitzung der Schlecker-Gläubiger in Berlin mehr Zeit für die Suche nach einem Investor für die insolvente Drogeriemarktkette gefordert.

Verhandlungsführer Bernhard Franke sagte am Freitag im Bayerischen Rundfunk: „Wir fänden es fatal, wenn alle Chancen auf eine Rettung dieser doch noch fast 15 000 Arbeitsplätze bei Schlecker am Zeitdruck scheitern würden.“ Es wäre viel gewonnen, wenn die Gläubiger einen längeren zeitlichen Spielraum einräumen würden. Dann könnten die vorliegenden Angebote intensiver geprüft und gegebenenfalls weiter verhandelt werden.

Der Gläubigerausschuss will nach dpa-Informationen am Vormittag in Berlin zusammenkommen und über das Schicksal des Unternehmens mit seinen rund 14 300 Mitarbeitern entscheiden. Es gibt zwei Interessenten: Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und den US-Investor Cerberus Capital Management. Die Offerte Berggruens sei schwer zu beurteilen, sagte Franke. „Unser Problem als Gewerkschaft Verdi ist, dass wir keine Informationen darüber haben, wie genau der Plan, das Konzept von Herrn Berggruen für Schlecker aussieht. Wir kennen auch das Angebot nicht genau, also wie viel er dafür bietet und was er dann damit machen will.“

In Berlin wollen zudem Verdi und Hunderte Arbeitnehmervertreter zur Betriebsräte-Konferenz zusammenkommen und über die erwartete Entscheidung beraten. Vergangenen Freitag hatten die Gläubiger zur Schlecker-Rettung eine letzte Galgenfrist von einer Woche eingeräumt, um die bisher nicht ausreichenden Angebote der Investoren nachzubessern.

dpa

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