Frankfurter Börse

DAX schließt sehr schwach - Händler: "Partylaune ist vorbei"

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach seinen rasanten Kursgewinnen der Vortage einen herben Rückschlag erlitten und tief im Minus geschlossen. Der DAX verlor 6,49 Prozent auf 4861,63 Zähler.

Für den MDAX ging es um 6,52 Prozent auf 5657,63 Punkte nach unten und der TecDAX fiel um 5,63 Prozent auf 553,00 Zähler. "Die Partylaune ist realwirtschaftlicher Ernüchterung gewichen", sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank.

"Die Probleme geben sich die Klinke in Hand. Nach der Finanzkrise steht nun die Rezession vor der Tür", sagte Halver. Der globale Aufschwung habe den DAX wie keinen anderen Index nach oben gespült. "Aber dieses Spielchen funktioniert auch umgekehrt und belastet nun den DAX." In der Konsequenz seien BASF, Daimler, Thyssen Krupp, MAN und Siemens "als die Kronjuwelen deutscher Industriekultur" am stärksten betroffen.

So verloren Siemens als schwächster DAX-Wert denn auch 14,04 Prozent auf 46,30 Euro. MAN büßten 12,31 Prozent auf 40,09 Euro ein und BASF fielen um 9,48 Prozent auf 26,34 Euro. Ein Aktienhändler sagte: "Nach der Euphorie der vergangenen zwei Tage begreifen nun wahrscheinlich die Anleger den Ernst der realwirtschaftlichen Lage. MAN wird hier als Fahnenträger der deutschen Exportwerte besonders hart getroffen."

Auch Stahlwerte gehörten zu den größten Verlierern: Für die Titel von ThyssenKrupp ging es um 11,32 Prozent auf 16,68 Euro nach unten. Die Anteilsscheine von Salzgitter büßten 14,24 Prozent auf 50,18 Euro ein. Aussagen zu einem trüben Ausblick des südkoreanischen Stahlherstellers Posco drückten Händlern zufolge besonders auf die Stimmung. Dieser gab bereits am Vortag aufgrund eines nachlassenden Nachfragewachstums einen düsteren Ausblick für die gesamte Branche.

Unterdessen legten die zuletzt stark gefallenen Aktien von Continental um 3,80 Prozent auf 38,00 Euro zu. Die Schaeffler-Gruppe hat weitere Anteile an Continental gekauft. "Das dämpft die am Markt zuletzt kursierende Sorge, dass Schaeffler selbst die Transaktion scheitern lassen will", sagte ein Händler

Im MDAX gaben Südzucker nach der Bekanntgabe von Zahlen ihre frühen Gewinne ab und fielen um 7,15 Prozent auf 7,65 Euro. Die Auswirkungen der EU-Zuckermarktreform und die hohen Rohstoffpreise hatten zwar wie erwartet das Ergebnis im zweiten Quartal belastet, die Umsatzprognose für das Gesamtjahr hob Südzucker aber an.

Die Börsen in London und Paris verloren beide etwa sieben Prozent. Der EuroSTOXX 50 fiel um 6,48 Prozent auf 2578,06 Zähler. In den USA gaben die führenden Indizes ebenfalls deutlich nach. Der Dow Jones verlor zum Handelsende in Europa 3,49 Prozent auf 8985,71 Punkte und sackte damit unter die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,04 (Vortag: 4,06) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,17 Prozent auf 117,175 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,01 Prozent auf 113,90. Zähler. Der Euro ist gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3625 (Dienstag: 1,3752) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7339 (0,7272) Euro.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare