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Schließung des AEG-Werks soll für Schweden teuer werden

- München - Für das Nürnberger AEG-Werk wird nun ein Sozialtarifvertrag verhandelt. Es geht um 1750 Frauen und Männer, deren Stellen nach Polen verlagert werden. Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht.

Wegen der bevorstehenden Schließung des Nürnberger AEG-Hausgerätewerks sind Belegschaftsverteter und die IG Metall mit dem AEG-Management zu einer ersten Verhandlungsrunde über einen Sozialtarifvertrag für die 1750 Beschäftigten zusammengekommen. Beide Seiten gingen beim gestrigen Treffen in München nicht von einer raschen Einigung aus.

Während AEG und der schwedische Mutterkonzern Electrolux, der die Nürnberger Fabrik bis Ende 2007 schließen will, zumindest öffentlich kein Angebot für einen Sozialplan machen wollen, liegen die Forderungen der Gewerkschaft am Tisch. AEG müsse pro Jahr Betriebszugehörigkeit drei Monatsgehälter als Abfindung zahlen, bis Ende 2010 zu vollem Lohn eine Beschäftigungsgesellschaft finanzieren oder Ersatzarbeitsplätze im letzten in Deutschland verbleibenden AEG-Werk in Rothenburg anbieten, sagte der Nürnberger IG-Metall-Vize Jürgen Wechsler zum Auftakt der Gespräche. Für 53-jährige und ältere AEG-Mitarbeiter, die vor der Arbeitslosigkeit stehen, müsse der Hausgerätekonzern bis zum Erreichen des Rentenalters zudem grundsätzlich vollen Lohn bezahlen.

AEG will sich zur Höhe dieser Forderungen nicht äußern und auch nicht sagen, was das finanziell für den Mutterkonzern Electrolux bedeuten würde. "Wir führen erste Sondierungsgespräche", beschied eine AEG-Sprecherin. Details wolle man erst nennen, wenn es ein Ergebnis gibt. Klar sei nur, dass es wegen zu hoher Produktionskosten definitiv bei einer Schließung des AEG-Stammwerks und einer Verlagerung der Produktion nach Polen bleibt.

Das werde Electrolux deutlich mehr als die von den Schweden vorerst berechneten 230 Millionen Euro kosten, warnte Wechsler, der für die IG Metall im AEG-Aufsichtsrat sitzt. Welche Summe, gemessen an den eigenen Forderungen, auf den weltgrößten Hausgerätehersteller zukäme, wollte aber auch er nicht abschätzen. Es werde voraussichtlich mindestens einen weiteren Verhandlungstermin geben.

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