Schloss Neuschwanstein verkauft

- München/Füssen - Der Freistaat hat das Markenrecht an Neuschwanstein verkauft. Die Spielstätte des pleite gegangenen Ludwig-Musicals heißt jetzt Festspielhaus Neuschwanstein Musiktheater Füssen GmbH & Co. KG. Die Schlösserverwaltung hat den Namen gegen eine "erkleckliche Summe" an die neue Festpielhaus Neuschwanstein "verliehen". Die Summe wird nicht genannt. "Wir sind zufrieden", kommentiert Gertrud Fraundorfer von der Schlösserverwaltung - "und das Finanzministerium ist auch zufrieden."

Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen hat damit zum ersten Mal die Schätze des Bayernkönigs Ludwig II vermarktet. Sie hatte im September 2003 per öffentlicher Aufforderung Lizenznehmer für ihre besten Marken - Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof - gesucht. Sie legte aber gleich dem allerschlimmsten Kitsch einen Riegel vor, weil alle Waren und Dienstleistungen "eingedenk des kulturellen Auftrags, qualitativ hochwertig" sein, die bayerische Kultur widerspiegeln und zumindest nicht unpassend sein sollten. Die Ausschreibung fand enormen Widerhall, es gab viele Interessenten. Doch es zeigte sich, dass eigentlich nur die Marke Neuschwanstein gewinnträchtig ist. "Neuschwanstein ist vom hinteren Ural bis zu den Fidschiinseln bekannt", sagt Fraundorfer. Im Lauf der Monate schied sich auch Kultur von Kitsch. "Es sind nicht viele ernsthafte Bewerber übrig geblieben", räumt Fraundorfer ein.<BR>Die Summe für die Marke Neuschwanstein ist jährlich zu bezahlen. Der Name sei etwas wert. <BR><BR>"Der Andenkenhandel fällt nicht unter die Marke", sagt Fraundorfer. Beschreibende Objekte seien frei. Das Minischloss in Aluminium gegossen oder gar noch versilbert, kann nach wie vor ohne Abgabe an die Schlösserverwaltung hergestellt und verkauft werden. Auch kann jeder ohne Gebühr Postkarten von Neuschwanstein drucken und verkaufen oder Bücher über Neuschwanstein schreiben, verlegen und verkaufen. <BR><BR>Das Festpielhaus Neuschwanstein mit den Hauptinvestoren Gräfinnen Pocci und Gebrüder Döbler geht mit einem neuen Konzept an den Neustart. "Wir sind nicht ein Haus mit einem Stück, sondern ein Veranstaltungshaus mit unterschiedlichen Programmen", sagt Geschäftsführer Axel Weber.<BR>Gebührend wird zuerst Königs Geburtstag im August gleich zwei mal gefeiert. Aber natürlich setzen die neuen Investoren und Weber wieder auf "ihren" Erfolgskönig Ludwig II. Ein neues Musical um Ludwig II. soll ab 1. März 2005 wieder Scharen nach Füssen locken.<BR>

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