Schlussstrich unter die Krise

- München - Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück will nach dem ersten Verlust seit fast 100 Jahren die Krise hinter sich lassen. "Mit dem Verlust von 2003 ziehen wir einen Schlussstrich unter drei Jahre, die vor allem durch die Börsenbaisse geprägt waren", sage der Finanzvorstand Jörg Schneider.

<P>Hohe Abschreibungen und Steuerbelastungen sowie Verluste bei der kriselnden Erstversicherungstochter Ergo hatten den Konzern 2003 unter dem Strich in die roten Zahlen gedrückt. Zuletzt hatte die Münchener Rück 1906 nach dem großen Erdbeben von San Francisco einen Jahresverlust.<BR><BR>Für dieses Jahr erwartet der Rückversicherer wieder einen Gewinn von zwei Milliarden Euro und will trotz der Belastungen an Ergo festhalten. "Die Münchener Rück steht zu Ergo, und zwar ohne Wenn und Aber", sagte Schneider. Die Gruppe sei auf dem richtigen Weg und könne unter anderem durch ein Kostensenkungsprogramm nachhaltig profitabel gemacht werden. Von 2005 an seien jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Euro geplant.<BR><BR>Unter dem Strich verbuchte die Münchener Rück 2003 einen Verlust von 434 Millionen Euro nach 1,1 Milliarden Euro Gewinn im Vorjahr. Dabei kam dem Unternehmen die Anwendung eines neuen Bilanzierungsstandards zugute, der unter anderem die zeitnähere Abschreibung von Kursverlusten bei Aktien vorsieht. Bei Anwendung der bisherigen Regelung wäre der Verlust noch eine halbe Milliarde Euro höher ausgefallen.<BR><BR>Im operativen Geschäft sieht sich der Konzern mit einem Gewinn vor Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte von zwei Milliarden (Vorjahr: 0,8 Mrd.) Euro auf einem guten Weg. So profitierte die Münchener Rück von einer Verbesserung der für das Versicherungsgeschäft wichtigen Schaden-Kosten-Quote. In der Rückversicherung betrug der Wert 96,7 und in der Erstversicherung 96,4 Prozent. Unterhalb von 100 Prozent arbeiten Versicherer in ihrem Kerngeschäft profitabel. Weitere Verbesserungen der Quote erwartet die Münchener Rück für dieses Jahr.<BR><BR>Konkrete Umbau-Schritte für die Ergo-Gruppe, der unter anderem die von der Börsenkrise getroffene Victoria Leben angehört, will der Konzern im April vorstellen. Trotz des Jahresverlustes will die Münchener Rück für 2003 wie für die Jahre 2000 bis 2002 eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie zahlen.<BR></P>

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