"Schlussverkauf ist die natürliche Heimat der Schnäppchen"

- Selten gab es so viel Gelegenheit wie heuer, die Sommerkleidung auszuführen. Wer trotz Hitzerekorden noch nicht die richtige Ausstattung hat, kann ab Montag günstig zuschlagen. Dann beginnt der freiwillige Sommer-Schlussverkauf, an dem sich drei Viertel der Händler in Bayern beteiligen. Verbrauchern winken Rabatte bis zu 80 Prozent.

"Der Schlussverkauf ist die natürliche Heimat der Schnäppchen", argumentiert Bernd Ohlmann, Sprecher des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels (LBE). Zwar habe es auch in den Wochen zuvor schon reduzierte Preise gegeben, aber nun würde das Saison-Angebot in den Läden drastisch runtergesetzt, um die Lager frei für die Herbst-Ware zu bekommen. Sommermode - insbesondere Badekleidung -, aber auch andere Produkte wie Lederwaren und Schmuck sind demnach besonders günstig zu finden. "Es gibt Markenware in ausreichender Menge." Schließlich hätten Badeseen und Biergärten zuletzt manchen vom Einkauf abgehalten.

Entgegen der früher üblichen Regelung haben sich die Händler heuer zum Frühstart in den SSV entschieden. Um den bayerischen Sommerferien zuvorzukommen, die am 31. Juli beginnen, wurde der Schlussverkauf (ab 24. Juli) eine Woche vorgezogen. "Wer jetzt noch merkt, dass die Badehose aus dem letzten Jahr nicht mehr passt, kann vor dem Urlaub noch schnell eine neue kaufen", sagt der LBE-Sprecher.

Auf Münchens Einkaufsmeilen sind die Menschen schon vor dem offiziellen Start in Kauflaune. Leo Stark sucht im Moment zwar keine Badehose, trotzdem ist er ganz bewusst jetzt in das Herrenmodegeschäft "Hirmer" an der Kaufingerstraße gekommen. "Jetzt wird es billiger und ich suche noch nach ein paar Poloshirts", sagt der 14-Jährige. Die Regale und Kleiderstangen sind noch prall gefüllt. Leo kann bei den Polohemden aus mehr als 20 Farben wählen und alle sind auf 15 Euro heruntergesetzt. Trotzdem will er sich noch nicht für ein Exemplar entscheiden. "Das ist der erste Laden, ich ziehe nachher noch weiter."

Schräg gegenüber im C&A gibt es zwar keine klassischen Wühltische mehr, trotzdem kostet das günstigste T-Shirt nur 4,90 Euro, Röcke und Hosen beginnen bei 15 Euro. Joseph Winter ist schon im Schnäppchenrausch. Eine Dreiviertelhose und mehrere Hemden und T-Shirts hat er schon gefunden - alles reduziert. "Im Moment hat man noch die volle Auswahl, aber es wird sicher knapper", weiß der erfahrene Schlussverkaufsgänger. "Man muss das Angebot nutzen, solange es da ist."

Auch Johannes Hamberger, H&M-Verkäufer, ist mit dem bisherigen Verkauf zufrieden. Auch wenn von allen reduzierten Hemden noch genügend Exemplare auf den Stangen hängen, sei die Sommermode "gut am Auslaufen". Nach dem verregneten Frühling habe man schon früh begonnen zu reduzieren, "aber da wollten die Leute noch nicht kaufen", erzählt Hamberger.

Khadija Jenoubi geht die Schnäppchenjagd strategisch an. "Die Auswahl ist in diesem Jahr noch besonders groß", freut sich die Münchnerin. "Ich gehe immer schon vor dem Starttermin einkaufen, denn ab Montag sind viele schöne Sachen schnell vergriffen."

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