Schmattes, Bakschisch oder Tip: Trinkgeld-Bräuche im Ausland

- Am Trinkgeld zu knausern, gilt als schlechter Stil. Vielen fällt schon im eigenen Land schwer einzuschätzen, wem wie viel zusteht: Ist ein Euro für den Kofferträger zu wenig? Welchen Betrag hinterlässt man dem Zimmermädchen? Noch schwieriger wird es im Ausland.

Was in einem Land ein Muss ist, gilt woanders als Beleidigung. Unsere Übersicht über die Trinkgeldgepflogenheiten in einigen Ländern hilft, überall guten Stil zu beweisen.

Italien

In Hotel- und Restaurantrechnungen ist der Service inbegriffen. Das Gedeck ("coperto") wird häufig auf der Rechnung ausgewiesen. Wenn der Gast mit dem Service sehr zufrieden war, lässt er ein paar Münzen auf dem Tisch liegen. Taxifahrer erwarten fünf Prozent des Fahrpreises. Dem Zimmermädchen sollten Sie ein bis fünf Euro hinterlassen.

USA

In den USA ist das Trinkgeld ein Muss, keine freiwillige Anerkennung des Service. Die Bedienung ist darauf angewiesen, der Tip Teil des Lohns. Daher sollten Sie 15 bis 20 Prozent geben. Das gilt auch fürs Taxi. Das Zimmermädchen bekommt einen Dollar pro Übernachtung, der Kofferträger einen Dollar pro Gepäckstück.

Griechenland

"Geschenk für einen Freund" heißt "Filodorima" wörtlich übersetzt und so wird es auch angesehen. Kein Trinkgeld oder kleine Cent-Beträge zu geben, gilt als unhöflich. Der Rest ist abhängig vom Service. Das Zimmermädchen freut sich über ein kleines Geschenk oder einen Geldbetrag zwischen fünf und zehn Euro - am besten persönlich übergeben. Im Taxi wird aufgerundet.

Spanien

Trinkgeld ist eine Anerkennung für guten Service. War der Gast zufrieden, hinterlässt er die "propina" auf dem Tisch. Kleine Centbeträge gelten aber als Beleidigung. Im Taxi wird aufgerundet. Der Kofferträger bekommt einen kleinen Obolus.

Frankreich

Der Bedienungszuschlag ist in der Restaurantrechnung inbegriffen. Trotzdem sind zehn Prozent Trinkgeld üblich. "Le pourboire" wird auf den Tisch gelegt. Hotelpagen und Zimmermädchen bekommen kein Trinkgeld. Im Taxi sind zehn Prozent Aufschlag auf den Fahrpreis üblich.

Ägypten

"Bakschisch" wird in Ägypten für jede Dienstleistung fällig. Touristen sollten daher immer kleine Scheine bei sich haben. In Restaurants sind zehn bis 15 Prozent des Rechnungsbetrags üblich. Für den Zimmerservice im Hotel hinterlassen Sie am Besten gleich zu Anfang des Urlaubs ein paar Dollar oder Euro in Scheinen.

Australien

In "Down under" war Trinkgeld noch vor wenigen Jahren unüblich. Mittlerweile sind zehn Prozent "Tip" aber durchaus gängig. Vereinzelt gibt es Menschen, die den Obolus ablehnen. Das sollte der Gast akzeptieren. Im Taxi wird kein Trinkgeld gezahlt.

China

Es ist nicht üblich, Trinkgeld zu geben, vor allem nicht in Restaurants und Café´s. Außerhalb der Touristenzentren wird es sogar als Beleidigung empfunden. In internationalen Hotels bekommt das Zimmermädchen zwei bis drei Yuan, der Taxifahrer einen oder zwei Dollar.

Türkei

Trinkgeld ist hier kein Muss, bei gutem Service gibt der Gast im Restaurant aber durchaus zehn Prozent des Rechnungsbetrags. Zimmermädchen und Gepäckträger freuen sich über ein "Bakschisch" von umgerechnet 50 Cent oder einem Euro. Im Taxi wird der Betrag aufgerundet.

Tschechien

Wie in Deutschland ist auch in Tschechien Trinkgeld kein Muss. Für guten Service sollte allerdings auch großzügig Trinkgeld geben werden. Fünf bis zehn Prozent werden in Restaurants, in Hotels und im Taxi erwartet.

Thailand

In Restaurant- und Hotelpreisen ist der Service bereits inbegriffen. Darüber hinaus kann der Gast einige Baht auf dem Tisch liegen lassen, ein Trinkgeld von unter zehn Baht gilt allerdings als Beleidigung. Der Kofferträger bekommt pro Gepäckstück 10 Baht, das Zimmermädchen etwa 50 Baht pro Woche.

Österreich

Im Restaurant und im Taxi sind fünf bis zehn Prozent "Schmattes" oder "Schmatt" üblich. Im Hotel erwartet der Kofferträger einen Euro pro Gepäckstück und das Zimmermädchen ein bis zwei Euro pro Tag.

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