+
Ein Mann vor einem Quelle-Geschäft in Rosenheim. Am Dienstag, 20. Oktober 2009, wurde bekannt, dass das Traditionsversandhaus Quelle abgewickelt wird. Renate Schmidt sieht die Schuld bei Management und Politik.

Schmidt: Middelhoff und zu Guttenberg machten Quelle kaputt

Nürnberg - Quelle hätte gerettet werden können, sagt die ehemalige Bundesministerin Renate Schmidt (SPD) und erhebt schwere Vorwürfe gegen das Wirtschaftsministerium und Ex-Quelle-Manager.

Die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) hat nach dem endgültigen Aus für den Versandhändler Quelle schwere Vorwürfe gegen das Management erhoben. Das Fürther Unternehmen, das über lange Zeiten floriert habe, sei “durch die Dummheit von Managern, aber auch das Unvermögen bestimmter Teile der Politik kaputt gegangen“, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. “Derjenige, der der Quelle wirklich den Todesstoß gegeben hat, war der Herr Middelhoff mit dem Verkauf jedweden Tafelsilbers.“ Thomas Middelhoff war bis März Vorstandschef der Konzernmutter Arcandor.

Schmidt: Zu Guttenberg lieferte den Sargnagel

Den Sargnagel habe Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit seinem Vorschlag einer “geordneten Insolvenz“ geliefert, ergänzte Schmidt. Dadurch sei Quelle schlagartig von jedem Finanzstrom abgeschnitten worden. “Ich bin überzeugt davon: Es hätte gelingen können, dass die Quelle gerettet worden wäre“, sagte Schmidt, die selbst jahrelang Betriebsrätin bei dem Versandhändler war. Doch die bayerische Staatsregierung habe nicht so agieren können, wie sie wollte, um ihren Parteikollegen in Berlin nicht zu brüskieren.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mammutaufgabe Audi: Was auf den neuen Chef jetzt zukommt
Der Aufsichtsrat hat Audi-Vertriebschef Bram Schot zum Interimschef bestellt. Die langfristige Nachfolge Stadlers soll in den nächsten Wochen geregelt werden.
Mammutaufgabe Audi: Was auf den neuen Chef jetzt zukommt
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Geht es nach Donald Trump, soll die Hälfte aller chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben. Die beiden größten …
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
VW und Audi halten sich im Falle Stadler alle Optionen offen. Der Audi-Chef wurde beurlaubt und der bisherige Vertriebsvorstand Schot auf seinen Posten berufen. …
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Deutschlands Tor zur Welt klemmt derzeit. Zum Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern herrscht am Frankfurter Flughafen Anspannung. Staus wie zu Ostern sollen …
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.