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Der Eingang von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) in München. 

Angeklagter will umfassend aussagen

Schmiergeld für Panzer: Ex-Manager von Krauss-Maffei Wegmann vor Gericht

München - Weil Bestechung mittlerweile verjährt wäre, stehen der Ex-Rüstungsmanager und als Nebenbeteiligter sein früherer Arbeitgeber vor dem Kadi. Der Verdacht: Steuerhinterziehung. 

Die Rüstungsbranche zählen Kenner der Szene zu den korruptesten Industrien überhaupt. Insofern passt der jetzt am Münchner Landgericht begonnene Prozess gegen einen Ex-Manager der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ins Bild. 

Angeklagt ist der 72-jährige Olaf E. wegen seiner Beteiligung am Verkauf von 24 Panzerhaubitzen in Griechenland im Jahr 2001. Gut 188 Millionen Euro hat KMW bei diesem Geschäft eingenommen und dabei mutmaßlich mit Schmiergeldern in Höhe von knapp acht Millionen Euro nachgeholfen. Weil Bestechung mittlerweile verjährt wäre, stehen der Ex-Rüstungsmanager und als Nebenbeteiligte auch sein früherer Arbeitgeber KMW wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vor dem Kadi.

Es geht um 1,2 Millionen Euro

Olaf E. wirft die Staatsanwaltschaft zudem Betrug und Geldwäsche vor. Er soll von den für griechische Amtsträger – unter anderem einem ehemaligen Verteidigungsminister und Militärs – bestimmten Geldern knapp 1,2 Millionen Euro in eigene Kassen abgezweigt und damit KMW um diese Summe erleichtert haben. Weil er dieses Geld nicht versteuert hat, steht der 72-Jährige nun vor Gericht. KMW wiederum hat die Millionen als Betriebsausgaben steuermindernd geltend gemacht, was bei Bestechungsgeldern illegal wäre und sieht sich deshalb ebenfalls mit Steuerhinterziehung konfrontiert.

Angeklagter spricht von "nützlichen Aufwendungen"

Olaf E. erwartet bei einer Verurteilung eine Haftstrafe. Strafmindernd würde wirken, wenn er auspackt, stellte Richter Maximilian Boxler zu Prozessbeginn klar. Der Angeklagte erklärte, umfassend aussagen zu wollen und machte auch rasch klar, dass „nützliche Aufwendungen“ vor allem in Südosteuropa regelmäßig zur Anbahnung von Geschäften genutzt wurden. Bis September 2002 war das legal. Schmiergelder konnten bis dahin von der Steuer abgesetzt werden. Die dann in Kraft getretene Gesetzesänderung sei ihm damals nicht bekannt gewesen, erklärte Olaf E. Grundsätzlich sei die Geschäftsführung von Schmiergeldpraktiken stets informiert gewesen und sie habe es sich bei hohen Summen sogar vorbehalten in „Beraterverträgen“ die Höhe solcher „Provisionen“ selbst festzulegen.

Auch gegen den ehemaligen Firmenchef wird ermittelt

Der Fall der Panzerhaubitze PzH 2000, wo die Schmiergelder laut Anklage zwischen 2002 und 2005 geflossen sind, sei für KMW ein großes Geschäft gewesen. Firmenchef war damals der heutige KMW-Aufsichtsratschef Manfred Bode. „Erst wenn Bode genickt hat, ist ein Vertrag umgesetzt worden“, sagte Olaf E. aus. Auch für den früheren Chef gilt, dass eventuelle Bestechung verjährt ist. Ermittelt wird dennoch auch gegen ihn. 

T. Magenheim-Hörmann

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