Prozess: Ex-Media-Markt-Manager gesteht

Augsburg - Ein früherer Regionalmanager von Media Markt belastet Ex-Deutschlandchef Rook schwer. Sie hätten beide Schmiergeld erhalten - und es mit vollen Händen ausgegeben, sagt er.

Im Augsburger Schmiergeld-Prozess hat ein früherer Media-Markt-Regionalmanager Bestechlichkeit zugegeben. „Es gab kein Gefeilsche, es hat immer funktioniert“, sagte er am Mittwoch über Zahlungen eines Vermarkters an ihn und den früheren Deutschlandchef von Media Markt, Michael Rook. Dafür sollen die Manager die Firmen des Unternehmers bei Aufträgen begünstigt haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge flossen rund fünf Millionen Euro. Der Ex-Regionalmanager sagte vor dem Landgericht, er und Rook hätten sich das Geld geteilt - und komplett ausgegeben. Er selbst habe damit „gut gelebt“: „Reisen, Hotels, Autos, Zweitwohnung.“

Auch Rook habe das Geld seines Wissens nach komplett auf den Kopf gehauen, unter anderem für ein Haus auf Mallorca. Der ehemalige Media-Markt-Deutschlandchef habe ihm gesagt, dass er die Vorgänge nie zugeben würde. „Sie können mich an der Zunge aufhängen“, zitierte er Rook. Die Frage des Vorsitzenden Richters, ob ihm bewusst sei, dass er den Mann schwer belaste, bejahte der Regionalmanager. Ohne Rook wäre es nicht möglich gewesen. Soweit er wisse, habe außer ihnen beiden niemand bei Media Markt von den Vorgängen gewusst. Rook hat die Vorwürfe bislang vehement bestritten. Vor Gericht äußerte er sich allerdings zunächst nicht.

Die Agentur des ebenfalls angeklagten Unternehmers sei „richtiggehend heiß“ auf die Aufträge von Media Markt gewesen, sagte der Regionalmanager. „Sie haben gewusst, worauf sie sich einlassen.“ Bereits am Vortag hatte er zugegeben, schon früher Bestechungsgeld vom selben Unternehmer angenommen zu haben. Der Prozess wird am 16. Juli fortgesetzt.

dpa

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