Schmiergeld-Verdacht auch gegen Linde

- München - Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Linde-Konzern wegen des Verdachts von Schmiergeldzahlungen an das Regime des einstigen irakischen Diktators Saddam Hussein. Geprüft werde ein Verstoß des Gasherstellers gegen das Außenwirtschaftsgesetz, bestätigte der Leitende Münchner Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeldt am Freitag einen Bericht von "Focus".

Der Verdacht steht im Raum, Linde könnte zu den Unternehmen gehört haben, die dem Hussein-Regime Schmiergeld zahlten, um sich an dem UN-Hilfsprogramm "Oil for food" beteiligen zu können.

Ein Linde-Sprecher sagte, der Konzern unterstütze die Behörden "in vollem Umfang" und stelle alle Unterlagen zur Verfügung. Ob sich die Ermittlungen gegen konkrete Personen richten, konnte er nicht sagen. Im Rahmen des "Oil for food"-Programms durfte der Irak trotz des Embargos von 1996 bis 2003 gewisse Ölmengen exportieren und im Gegenzug Hilfsmittel für seine notleidenden Bewohner einführen.

Nach "Focus"-Angaben wird weltweit gegen rund 2000 Unternehmen ermittelt. Einige Dutzend dieser Firmen stammten aus Deutschland, sagte Schmidt-Sommerfeld. Namen wollte er jedoch nicht nennen. Es gebe aber eine enge Kooperation mit Staatsanwaltschaften in anderen deutschen Städten. "Focus" bezifferte die Zahl der verdächtigten deutschen Unternehmen auf 63.

Linde produziert Industriegase und baut Anlagen zur Gasherstellung. Im kommenden Jahr will das Unternehmen den Sitz von Wiesbaden nach München verlagern. Es gab bereits eine Niederlassung in München.

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