Schmiergeldskandal bei Daimler

Stuttgart - Der Autobauer Daimler hat möglicherweise einen Bestechungsfall in seiner Zulieferkette aufgedeckt. Wie die Masche abgelaufen sein soll:

Mitarbeiter des Stuttgarter Dax-Konzerns sollen demnach einem Filterspezialisten aus Waiblingen Aufträge zugespielt und dafür Belohnungen kassiert haben, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Montag mitteilte und damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung bestätigte. Die Beteiligten auf Daimler-Seite sollen bei der gegenseitigen Gaunerei bessere Angebote der Konkurrenz bewusst ignoriert haben, was die Kasse des Autobauers entsprechend belastete. Obendrein sollen sie den Wert der Aufträge künstlich aufgebläht haben, damit der Zulieferer über Gebühr profitierte. Die beschuldigte Partnerfirma nahm am Montag zunächst keine Stellung und bat um eine schriftliche Anfrage.

Die Anklagebehörde stehe noch am Anfang der Ermittlungen und sichte derzeit die Ergebnisse von Durchsuchungen in Büros und Privatgebäuden der Angeschuldigten, wie eine Sprecherin berichtete.

Details - etwa zur Zahl der mutmaßlichen Fälle und Beteiligten oder der Dauer der Machenschaften - nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Auslöser für die Ermittlung sei eine Strafanzeige von Daimler gewesen. Im Raum stehen Strafen wegen Bestechung und Bestechlichkeit sowie wegen Untreue. Eine Daimler-Sprecherin sagte am Montag auf Anfrage, dass der Konzern einem Hinweis nachgegangen sei. Der Verdacht habe sich dann bestätigt und Daimler Strafanzeige gestellt. Nähere Angaben seien wegen des laufenden Verfahrens nicht möglich.

dpa

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