Schnäppchenjagd am Flughafen: Wo der Urlaubs-Einkauf lohnt

- Nach dem Einchecken und der Passkontrolle naht für viele Flugreisende ein erster Höhepunkt ihres Urlaubs: der Gang in den Duty-Free-Shop. Dort landet auch vor dem Heimflug oft das letzte Geld aus der Urlaubskasse. Verbraucherschützer raten zur Vorsicht: Nicht jedes vermeintliche Sonderangebot am Flughafen ist tatsächlich ein Schnäppchen.

<P>Den Kunden wird das Geldausgeben leicht gemacht: Immer mehr Flughäfen präsentieren sich auch als Einkaufszentren. "Jeder Passagier gibt im Durchschnitt sieben Euro am Flughafen aus", sagt Carola Wunderlich, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). Die Tendenz ist steigend.</P><P>Dabei hatte es vor vier Jahren düster ausgesehen: Als am 1. Juli 1999 der Duty-Free-Verkauf innerhalb der EU endete, verzeichneten die Läden an den deutschen Flughäfen Einbrüche. Als Nachfolgemodell etablierten sich jedoch schnell die so genannten Travel Value Shops. "Wir brauchten einen neuen Namen, der die gleiche Signalwirkung hat", sagt Gunnar Heinemann. Er betreibt an 14 deutschen Flughäfen Travel Value Shops und ist auch an anderen Airports in Europa vertreten. Im Sortiment finden sich Alkohol, Tabak, Süßigkeiten, Kosmetika und Lederwaren. Die Preise beruhen nicht mehr auf einem Abzug der Steuern, sind aber laut Heinemann so gestaltet, dass sie unter den Durchschnittspreisen in deutschen Läden liegen. Eine Untersuchung des ZDF-Magazins "Wiso" bestätigt dies im Großen und Ganzen.</P><P>Dennoch sollten Passagiere beim Kauf am Flughafen einen kühlen Kopf bewahren: "Häufig kommen Leute in einen Kaufrausch", sagt Heidi Schworm von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Reisende sollten sich schon vor dem Urlaub informieren, was Parfüm oder Wein im normalen Einzelhandel kosten.</P><P>Vor allem auf ausländischen Flughäfen sind Duty-Free-Waren nicht unbedingt billiger. So sind laut der "Wiso"-Untersuchung alkoholische Getränke auf britischen Flughäfen wesentlich teurer als in deutschen Supermärkten. Ähnliches gelte für Frankreich. Auf spanischen Flughäfen seien die Preise dagegen eher moderat - was auch Heinemann bestätigt: "Je südlicher, desto günstiger." Vorsicht ist dagegen bei landestypischen Produkten wie Grappa aus der Toskana geboten: Hier werde am Flughafen oft kräftig zugelangt, so die Experten.</P><P>Auch wenn beim Flug von und nach Übersee immer noch das echte Duty Free lockt, stehen der Konsumfreiheit die Einfuhrbeschränkungen entgegen: Außerhalb der EU zollfrei Eingekauftes darf nicht in jedem Fall unversteuert nach Deutschland eingeführt werden. "Sie können Waren nur dann abgabenfrei einführen, wenn sie ausschließlich zum persönlichen Gebrauch in ihrem Haushalt oder als Geschenk in Ihrem Gepäck mitgeführt werden", so das Zoll-Infocenter in Frankfurt.</P><P>Prinzipiell muss für Mitbringsel bis zu 175 Euro kein Zoll gezahlt werden, für Alkohol, Tabakwaren und Parfüms gelten aber besondere Regelungen. So sind zum Beispiel entweder 200 Zigaretten oder 250 Gramm Tabak abgabenfrei, wenn der Reisende älter ist als 17 Jahre. Die Freimenge für Rum oder Schnaps liegt bei einem Liter.</P><P>Wer mehr einführen will, muss die Waren beim Zoll deklarieren und kräftig draufzahlen: 11 Cent pro Zigarette oder 6,80 Euro pro Liter Schnaps. Vorsicht ist den Zollbehörden zufolge bei der Rückreise von den Kanarischen Inseln sowie den französischen Übersee-Departements und den britischen Kanalinseln geboten: Auch für sie gelten die angegebenen Freimengen und -grenzen.</P><P><BR>Weitere Bestimmungen:<BR>www.zollverwaltung.de</P><P><BR> </P>

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