Schnappauf einstimmig gewählt

Berlin - Der bayerische Umweltminister und CSU-Politiker Werner Schnappauf ist zum neuen Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) gewählt worden. Präsidium und Vorstand stimmten gestern einstimmig für den 54-Jährigen.

Der promovierte Jurist wird ab dem 15. November die Geschäfte des Industrieverbands führen. Vorher legt er sein vor neun Jahren übernommenes Ministeramt sowie seine politischen Mandate nieder, wie der BDI nach der außerordentlichen Sitzung in Berlin erklärte.

Die Stelle des Hauptgeschäftsführers war seit mehr als einem Jahr unbesetzt, nachdem die von BDI-Präsident Jürgen Thumann geplante Berufung des CDU-Politikers Norbert Röttgen gescheitert war. Röttgen hatte sein Bundestagsmandat nicht aufgeben wollen und damit eine heftige Lobbyismus-Debatte ausgelöst. Thumann hatte jüngst seine Entscheidung verteidigt, eine der wichtigsten Schaltstellen zwischen Politik und Wirtschaft mit einem Parteipolitiker zu besetzen. Schnappauf sei renommiert und sehe Ökologie und Ökonomie als Ergänzung, nicht als Gegensatz.

Schnappauf hatte angekündigt, der BDI wolle den Klimawandel zu einem Schwerpunktthema der nächsten Jahre machen. Mit seinem Wechsel gibt er seiner beruflichen Laufbahn eine überraschende Wendung. Als bayerischer Umweltminister war der Oberfranke in den vergangenen Jahren von Pleiten, Pech und Pannen begleitet - ob Hochwasser, Gammelfleisch, Vogelgrippe oder die tödlichen Schüsse auf Braunbär "Bruno". Dementsprechend stand er seit Jahren im Kreuzfeuer der Kritik. Ein besonderer Parteifreund war ihm Bundesverbraucherminister Horst Seehofer, der Schnappauf häufig kritisierte.

Vom Rampenlicht zieht sich Schnappauf nun auf einen einflussreichen Lobby-Posten zurück. Bis zuletzt hatte nichts darauf hingedeutet, dass der promovierte Jurist der aktiven Politik den Rücken kehren würde. Sein Posten im Kabinett des künftigen Ministerpräsidenten Günther Beckstein galt wegen des Regionalproporzes in der CSU als gesichert. Schnappauf ist Chef des CSU-Bezirks Oberfranken und galt daher als unkündbar. 

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