Die Schneider-Pleite im Visier der Staatsanwälte

- München - Es häufen sich die Anzeichen, dass bei der Insolvenz des Traditionsunternehmens Schneider Technologies vor zweieinhalb Jahren nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Nachdem die Staatsanwaltschaft Mühlhausen in Thüringen den Niedergang des ehemaligen Elektronikherstellers bereits seit Frühjahr unter die Lupe nimmt, geht jetzt auch die Staatsanwaltschaft Augsburg einer Strafanzeige nach.

"Wir prüfen zwei komplexere Sachverhalte auf strafrechtliche Relevanz", bestätigte ein Sprecher der schwäbischen Ermittler. Nach Informationen unserer Zeitung richtet sich die Klage, die Kleinaktionären eingereicht hatten, gegen Gläubiger von Schneider und den ehemaligen Vorstand. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Untreue und Bankrottdelikte, wozu etwa das Beiseiteschaffen von Vermögen vor der Zahlungsunfähigkeit zählt.<BR><BR>Die Aktionäre werten es als Erfolg, dass die Augsburger Staatsanwälte ermitteln. In den Monaten zuvor waren mehrere Anzeigen wegen fehlenden Anhaltspunkten abgelehnt worden. "Am Anfang war das sehr kompliziert", sagte einer der Kläger unserer Zeitung. Jetzt aber lägen "klare Beweise" vor. Er ist der Ansicht, dass es bei der Insolvenz, die Schneider im Januar 2002 angemeldet hatte, Unregelmäßigkeiten gegeben hat.<BR><BR>Ähnlich sehen das geschädigte Aktionäre, deren Klage die Staatsanwaltschaft in Mühlhausen prüft. Dort geht es unter anderem um den Verkauf der Lasersparte von Schneider an Jenoptik. Zudem wird die Rolle des Ex-Vorstandschefs untersucht, der das Unternehmen kurz vor der Insolvenz verließ. Weder die Staatsanwaltschaft in Mühlhausen noch die in Augsburg äußerte sich zum Stand der Ermittlungen.<BR><BR>Mit der Schneider-Pleite muss sich nach wie vor auch die LfA Förderbank Bayern herumschlagen. Das staatliche Geldinstitut, das zuletzt 18 Prozent der Firmenanteile besaß, war bereits vor einem Jahr wegen des verlustreichen Verkaufs von Schneider-Aktien in die Kritik geraten. Nun berichtet das Magazin "Börse Online" über den Verdacht der unerlaubten Einflussnahme auf die Geschäftsführung kurz vor der Insolvenz. Zudem prüft die EU-Kommission derzeit, ob LfA-Darlehen an Schneider unberechtigte Subventionen darstellten.<BR>

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