Schnelle Internet-Zugänge für Landgemeinden unerreichbar?

- München - Die ländlichen Regionen in Bayern drohen den Anschluss an das Breitband- Internet zu verpassen: Während die Deutsche Telekom ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL in zehn deutschen Großstädten startet, ist in vielen Kleinstädten und Gemeinden nicht einmal das normale DSL verfügbar.

Auch in Oberbayern klagen viele Landkreise über Nachteile für die örtliche Wirtschaft. "Die Situation muss sich ändern", sagt Barbara Rosenberger von der IHK München München und Oberbayern. "Für die Unternehmen ist der Zugang zu einem DSL-Anschluss lebensnotwendig", berichtet sie. Jede normale Firma benötige einen schnellen Internet-Zugang, um beispielsweise Anti-Viren-Programme zu aktualisieren oder Software herunterzuladen.

Doch die Realität sieht oft anders aus: "Es gibt Fälle, da haben die Betriebe auf der einen Straßenseite DSL, auf der anderen aber nicht", so Rosenberger. Die Fronten zwischen Internet- Anbietern und Gemeinden seien verhärtet gewesen -bis zum Start der Breitbandinitiative im Juli. Gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem bayerischen Wirtschaftsministerium wollen die IHK’n Lösungen finden.

Denn die Problematik betrifft viele Unternehmen, sogar in der boomenden Flughafenregion rund um München. Mit der Initiative sollen unter anderem Alternativen zu den Kabel-DSL-Anschlüssen gefunden werden. Denn die werden von den Anbietern oft aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlegt. Außerdem sollen die Bürgermeister über die Bedeutung der neuen Technologie informiert und gemeinsam mit den Anbietern Kompromisse gefunden werden. Ab September wird ein Leitfaden für Kommunalpolitiker auf den Markt kommen, Workshops in den Landkreisen folgen.

Das Problem fehlender DSL-Anschlüsse ist auch in den Landkreisen Freising und Erding brandaktuell. Gerade einmal 20 Prozent der Haushalte verfügen dort über den schnellen Internet- Zugang -und das in einer Region mit einer hohen Unternehmensdichte. Beispiel Langenbach: Die 4000-Einwohner- Gemeinde lieferte sich einen langen Briefwechsel mit der Telekom -ohne Erfolg. "Zehn Prozent der Haushalte dort können wir mit T-DSL erreichen.

Die anderen auch anzuschließen, würde sich für uns nicht rechnen", sagt T-Com-Sprecher Harry Fuchs. Für die Verlängerung der Kabel seien Investitionen in sechsstelliger Höhe nötig. Die übrigen Einwohner könnten aber T-DSL über Satellit nutzen. Nur: Das kostet acht Euro im Monat mehr. Während die Telekom ihre Aktivitäten also offenbar auf die größeren Städte konzentriert, setzt Konkurrent Arcor zum Gegenschlag an. "Wir gehen verstärkt in die ländlichen Gebiete", sagt Sprecher Thomas Werz. Der Anbieter will zukünftig auch Orte um die 5000 Einwohner anschließen.

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