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Schöne Bescherung bei ProSieben

- München ­- Pünktliche Bescherung für das Management und die Mitarbeiter von ProSiebenSat.1: Zur betriebsinternen Weihnachtsfeier hat Deutschlands größter TV-Konzern seinen Wunschpartner als neuen Eigentümer bekommen. Die Finanzinvestoren KKR und Permira kaufen für rund drei Milliarden Euro die Mehrheit an der Senderkette.

"Das ist unser Traumpartner", sagte ein ProSiebenSat.1-Funktionär. "Das sind Leute, die richtig Fernsehen machen."

Laut Bayerischer Staatsregierung wird ProSiebenSat.1 nun mit der Senderkette SBS, die bereits KKR und Permira gehört, zum zweitgrößten europäischen TV-Konzern nach der RTL-Gruppe zusammengeschlossen. Bei SBS sind mehrere Manager aktiv, die ProSiebenSat.1 aus früheren Zeiten in Unterföhring gut kennen.

Der Verhandlungsmarathon in London hatte sich bis in die frühen Morgenstunden gezogen, ehe sich der US-Milliardär Haim Saban und die Käufer auf die letzten Details einigten. Ein konkurrierendes Finanz-Konsortium aus Apax und Goldman Sachs war da bereits ausgeschieden ­ weil es weniger Geld geboten hatte. Für die ProSiebenSat.1-Beschäftigten war das die gute Nachricht. "Apax und Goldman Sachs hätten wohl nur auf die Bilanzen und Zahlen geschaut", hieß es in Arbeitnehmerkreisen.

Zwar gab es auch bei Apax und Goldman Sachs laut Branchenkreisen durchaus Pläne, sich nach einem Zuschlag weitere Unternehmen zu ProSiebenSat.1 hinzuzukaufen. Kurzfristig aber haben KKR und Permira als Besitzer von SBS die besseren strategischen Alternativen. "ProSiebenSat.1 und SBS passen natürlich schon sehr gut zusammen", meint ein Branchenkenner.

ProSiebenSat.1 besetzt in Deutschland, einem der wichtigsten Medienmärkte der Welt, etwa die Hälfte des Fernsehwerbemarkts. SBS wiederum ist mit seinen 19 kommerziellen TV-Stationen und 20 Pay-TV-Sendern unter anderem in Skandinavien und Osteuropa stark vertreten. Synergien sind da nicht nur beim Einkauf von Filmrechten relativ einfach zu erreichen.

Von Vorteil dürfte auch sein, dass sich viele Beteiligte kennen. Chef von SBS ist Markus Tellenbach, der früher unter anderem schon den Bezahlsender Premiere führte, der ebenso wie ProSiebenSat.1 einst zur Kirch-Gruppe gehörte. Die aktuellen Verhandlungen führte SBS-Finanzchef Jürgen von Schwerin, der verschiedene Posten bei ProSiebenSat.1 innehatte, u.a. bei der Vermarktungstochter Media Gruppe München (heute: SevenOneIntermedia).

ProSiebenSat.1 hat in den vergangenen Jahren viel mitgemacht. Nach der Kirch-Pleite platzte der Verkauf an den Bauer-Verlag, dann stieg der US-Milliardär Saban ein. Der wiederum scheiterte mit dem geplanten Weiterverkauf an den Springer-Verlag, ehe sich nun Permira und KKR die Mehrheit sicherten. Dabei setzten sie sich auch gegen die türkische Dogan-Gruppe durch. Nun hofft das Unternehmen auf eine langfristige Perspektive. "Es könnte rund um ProSiebenSat.1 ein europäischer Medienkonzern entstehen, der sich weiter entwickeln kann", heißt es im Umfeld des Unternehmens.

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