Schon für wenige Euro mehr wird die Putzfrau legal

- Seit Sonntag ist das Gesetz zur verbesserten Bekämpfung der Schwarzarbeit in Kraft. Damit will die Bundesregierung vor allem die gewerbliche Schattenwirtschaft eindämmen. In den Privathaushalten passiert das derweil dank der Minijobs: Rund 50 000 Putzhilfen sind schon gemeldet und somit legal angestellt. Der Vorteil: Arbeitgeber zahlen wegen Steuervorteilen nur wenig mehr als bei Schwarzbeschäftigung, Arbeitnehmer sichern sich soziale Rechte.

<P>Warum Minijobs?<BR>Seit 1. April 2003 gibt es die Minijobs in Privathaushalten. Der Gesetzgeber hat sie eingeführt, um die Arbeit der zahlreichen Haushaltshilfen zu legalisieren. Diese wurden bislang zu Lasten der Steuer- und Sozialkassen meist schwarz abgerechnet.</P><P>Minijobs in Kürze<BR>Minijobs in Privathaushalten sind geringfügig entlohnte Beschäftigungen, die mit nicht mehr als 400 Euro pro Monat bezahlt werden. Die Arbeitnehmer, in der Praxis sind das vor allem Putzhilfen, müssen bei diesen Anstellungsverhältnissen keine Sozialversicherungsbeiträge abführen. Der Arbeitgeber hingegen zahlt zusätzlich zum Nettolohn Sozialabgaben.</P><P>Abgaben im Überblick<BR>Der Arbeitgeber muss 13,3 % des Verdiensts an die Sozialkassen abführen: Jeweils 5 % gehen an die Kranken- und Rentenversicherung, 2 % beträgt die pauschale Lohnsteuer und 1,3 % fließen in eine Lohnfortzahlungs-Versicherung, die dem Angestellten Gehaltszahlungen etwa bei Krankheit sichert. Den Gesamtbetrag bucht zum Jahresende die Minijobzentrale vom Konto ab. Zusätzlich muss der Arbeitgeber noch einen Festbetrag, in Bayern liegt er bei 43 Euro, in die Unfallversicherung einzahlen. Mehr Informationen dazu finden sich im Internet unter www.unfallkassen.de.</P><P>Vorteile: Arbeitgeber<BR>Arbeitgeber können zehn Prozent der Ausgaben für den Minijobber zuzüglich Soli und Kirchensteuer steuerlich absetzen. Das können bis zu 583,95 Euro sein. Bei gleichem Stundenlohn kostet damit ein Minijobber nur "wenige Euro und ein paar Zerquetschte" mehr als ein Schwarzarbeiter, wie Susanne Heinrich, Sprecherin der Minijobzentrale, sagt. Der Onlinedienst Ihre-Vorsorge.de hat errechnet, dass ein Minijobber bei 312 Arbeitsstunden im Jahr - davon 24 Stunden bezahlter Urlaub - und zehn Euro Stundenlohn um einen Euro pro Arbeitsstunde teurer kommt (siehe Tabelle). Dank dieser Mehrbelastung muss der Arbeitgeber aber auch kein Bußgeld fürchten, denn: "Wer seine Putzhilfe nicht anmeldet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss 5000 bis 10 000 Euro zahlen", sagt Heinrich.</P><P>Vorteile: Arbeitnehmer<BR>Vor allem die Putzhilfe profitiert, wenn sie als Minijobber angestellt ist. Sie zahlt nicht nur keine Sozialabgaben sondern hat auch Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung. Hinzu kommen geringe Rentenansprüche. Die können aufgestockt werden, wenn der Arbeitnehmer die Differenz zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers (5 %) und dem vollen Rentenversicherungsbeitrag (derzeit: 19,5 %) selber investiert.</P><P>Minijobs anmelden<BR>Arbeitgeber können Minijobs bei der Minijobzentrale relativ unbürokratisch an- und abmelden. Informationen dazu finden sich im Internet unter der Adresse www.minijob-zentrale.de. Montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr hilft zudem unter der Rufnummer 0 80 00 - 20 05 04 ein Infotelefon. Es ist allerdings mit Wartezeiten zu rechnen.</P>

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