Schreckensszenarien nach Yuan-Aufwertung

- Washington - Kaum war der lang ersehnte Schritt der chinesischen Zentralbank publik und die erste Lobes-Runde für die Yuan-Aufwertung vorbei, malten amerikanische Skeptiker schon Schreckensszenarien an die Wand. "Es könnte für die USA richtig hässlich werden", warnte Nouriel Roubini, Professor an der Stern Business School in New York. Denn die Latte der Probleme, für die die Amerikaner die künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung Yuan verantwortlich gemacht haben, ist durch die Miniaufwertung von 2,1 Prozent kaum kürzer geworden, im Gegenteil. Abwärtsdruck auf den Dollar, Aufwärtsdruck auf die Zinsen - die USA könnten leicht in die Bredouille kommen.

Das Interesse der chinesischen Regierung an Dollaranleihen, mit denen ein Großteil des US-Haushaltsdefizit finanziert wird, schwinde, meint Roubini. Jede Yuan-Aufwertung bringe Verluste. China hält nach Japan die zweithöchsten ausländischen Währungsreserven der Welt, mehr als 700 Milliarden Dollar. 500 Milliarden davon, schätzt Roubini, werden in Dollar gehalten. "Eine Yuan-Aufwertung um zehn Prozent bedeutet einen Kapitalverlust von 50 Milliarden Dollar", rechnet er vor. Die Liebesaffäre privater asiatischer Investoren mit dem Dollar könnte aus gleichem Grund abkühlen.

Die Klagen der US-Unternehmer sind auch nicht vom Tisch. Sie stöhnen seit drei Jahren, dass der künstlich billig gehaltene Yuan US-Firmen auf dem Weltmarkt unfair abdrängt. Dass eine so winzige Anpassung das ändern könnte, glauben selbst Optimisten nicht. Und dass die Teuerung chinesischer Waren nun die US-Importe bremst, die chinesische Lust auf "Made in USA" aber anheizt, ist auch fraglich.

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