Schrempp: Abgang ohne Dank nur eine Panne

- Stuttgart - Der plötzliche Abgang von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp war im kleinsten Kreis vorbereitet. Das ergibt sich aus Äußerungen Schrempps und des Aufsichtsratschefs Hilmar Kopper. Beide betonten, sie hätten seit geraumer Zeit darüber gesprochen. Unterdessen gehen die Spekulationen um den Posten von Mercedes-Chef Eckhard Cordes weiter.

Die überraschende Ankündigung des Rückzugs von Topmanager Schrempp zum Jahresende trug ungewöhnliche Züge. So war in einer Erklärung des Aufsichtsrats kein Wort des Dankes für den seit mehr als 44 Jahren im Konzern tätigen Chef zu finden. Außerdem verzichtet er auf die Auszahlung seines noch bis 2008 laufenden Vertrages.

Schrempp betonte gegenüber dem "Focus", dass er selbst den Verzicht auf weitere Vergütung vorgeschlagen habe. "Ein Vorstandsvorsitzender sollte nach dem Ende seiner Bestellung nicht weiter seine Vergütung beziehen." Kopper sagte dem "Spiegel" zufolge, dass in der Pressemitteilung kein Wort des Dankes stehe, beruhe auf einer Panne. Demnach hatte Schrempp die Erklärung mitformuliert und wollte den Dank nicht selbst reinschreiben. Darüber sei er "todunglücklich", erklärte Kopper. "Das hat Schrempp nicht verdient."

Kopper sagte zudem, er habe gespürt, dass Schrempp nicht mehr wolle, nachdem er sich auf der Hauptversammlung auch heftige Kritik am Job seiner Ehefrau bei Daimler-Chrysler habe anhören müssen. Vermutungen, dass die Gespräche über ein Ausscheiden Schrempps auf Drängen des Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann zu Stande gekommen seien, wies Kopper zurück. Die Fachzeitschrift "Automobilwoche" berichtet unter Berufung auf Führungskreise, Zetsche könne den Posten von Mercedes-Chef Eckhard Cordes für eine Übergangsphase selbst übernehmen. Cordes soll nach der Entscheidung für Zetsche als Konzernchef um Auflösung seines Vertrags gebeten haben.

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