7 Schritte zu günstigem Heizöl

München - Die Temperaturen der vergangenen Wochen haben so manchen Haushalt bereits im Sommer zum Heizen gezwungen und damit auch die Nachfrage nach Heizöl belebt.

Zwar hat sich das Wetter wieder gebessert, die Kosten für Heizöl sind seit Mitte August dennoch um mehr als sechs Prozent auf durchschnittlich 0,68 Euro (Abnahmemenge 3000 Liter) gestiegen. Noch deutlicher ist der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat, als ein Liter noch 30 Prozent weniger gekostet hat. Wer eine Ölheizung hat, wird sich bestimmt bald die Frage stellen, wann der richtige Zeitpunkt zum Kauf ist.

Heizöl wird wie alle anderen Ölsorten an der Warenterminbörse Nymex gehandelt. Steigt die Nachfrage, wirkt sich das zumeist auch auf den Preis aus und so ist es nicht verwunderlich, dass die Notierungen zu Beginn der Heizperiode wie in diesem Jahr steigen. Auch die anstehende Hurrikan-Saison in Amerika könnte den Preis weiter beflügeln. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Die Sorge um die Staatsverschuldung einiger Industrieländer sowie eher skeptische Konjunkturprognosen können den Preis aber wieder unter Druck bringen.

Welche Kräfte letztendlich den Preis beeinflussen, ist schwer zu prognostizieren. Nachdem Öl an der Börse in US-Dollar abgerechnet wird, spielt die Währungsentwicklung eine zusätzliche Rolle. Gerade im letzten Jahresviertel schwankt der Heizölpreis erfahrungsgemäß sehr stark. Experten gehen aber davon aus, dass die Notierungen mittelfristig steigen werden. Hier die sieben Schritte zum optimalen Heizölkauf.

1. Ölstand prüfen

Es ist sinnvoll, bereits jetzt den Ölbestand zu überprüfen und für die kalten Monate zu kalkulieren. Erwartet uns wie bereits vergangenes Jahr ein langer und kalter Winter, wird auch der Verbrauch an Heizöl überdurchschnittlich hoch sein. Das muss bei der Planung berücksichtigt werden.

2. Kaufstrategien

-Sofort kaufen? Wer nicht mehr genügend Öl für den Winterstart hat, sollte trotz des mittlerweile höheren Preises bald tanken. In der Vergangenheit ist es bei hoher Nachfrage häufig auch zu längeren Lieferzeiten gekommen. Wer dann dringend Öl braucht, muss hohe Aufschläge in Kauf nehmen.

-Zu einem späteren Zeitpunkt kaufen? Ist noch genug Öl im Tank, kann man auch die Preise weiter beobachten und auf tiefere Notierungen hoffen. Gute Kaufgelegenheiten gab es in den vergangenen Jahren im Dezember oder Januar. Wer wartet, sollte die Preise dennoch im Blick behalten, einen Zielpreis festlegen und dann konsequent kaufen. Wer abwartet, nimmt aber auch das Risiko stark steigender Preise in Kauf.

-Schrittweise kaufen? Da man nicht eine große Menge Öl sofort bezahlen muss, schont das schrittweise Kaufen den Geldbeutel. Außerdem besteht die Möglichkeit, zwischenzeitliche Preisrückgänge zum Nachkauf zu nutzen.

3. Preise beobachten

Da die Heizölnotierungen stark schwanken, sollte man den Preisverlauf regelmäßig im Auge haben. Neben den allgemeinen Kursbewegungen gibt es auch regionale Unterschiede. Unsere Zeitung veröffentlicht die aktuelle Preistendenz für Oberbayern immer donnerstags auf der Geld & Markt-Seite. Es ist ratsam, einen Zielpreis festzulegen und dann auch konsequent zu kaufen.

4. Sammelbestellung

Wenn Sie mit Ihren Nachbarn eine Sammelbestellung machen, können Sie einen günstigeren Preis erzielen, denn hohe Bestellmengen werden von den Händlern mit Preisnachlässen belohnt. Wer eine solche Bestellung macht, sollte die Rechtslage kennen: Aufgrund des gemeinsamen Zwecks entsteht bei der Bestellung eine sogenannte BGB-Gesellschaft und damit eine gesamtschuldnerische Haftung aller Besteller.

5. Angebote einholen

Da die Preise sehr unterschiedlich sind, sollten Sie vor jeder Bestellung mehrere Angebote einholen. Gute Orientierungshilfen finden sich auch online, beispielsweise unter den Internetadressen www.heizoel24.de oder www.esyoil.com.

6. Verhandeln

Durch geschicktes Handeln können Sie beim Heizölkauf häufig auch einen günstigeren Preis erzielen. Lassen Sie sich immer den Endpreis geben, manche Heizölanbieter nennen bei Anfrage den Preis ohne Mehrwertsteuer. Deutliche Aufschläge gibt es bei kleinen Ordermengen. Bestellungen ab 3000 Liter sind meist günstiger.

7. Lieferung

Vor Befüllen des Tanks muss die Heizanlage abgestellt werden. Es ist ratsam, diese erst nach etwa zwei Stunden wieder zu aktivieren. Für spätere Reklamationen sollten Sie unbedingt das Kennzeichen des Lieferwagens notieren und die gesamte Füllung überwachen. Wichtig dabei ist auch, dass vorher das Zählwerk auf null steht. Ist der Vorgang abgeschlossen, sollte der aktuelle Tankstand protokolliert werden.

Wer seinen Verbrauch an Heizöl senkt, spart zusätzlich Geld. Durch cleveres Heizen können der Verbrauch nämlich verringert und die jährlichen Ausgaben für Heizöl deutlich gesenkt werden. Bedarfsgerechtes Heizen, richtiges Lüften, gut isolierte Wände und eine effiziente Heizung sparen wertvolle Energie. Im Wohn- und Arbeitsbereich genügt in der Regel eine Raumtemperatur von 20 Grad. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Jedes Grad weniger senkt die Heizkosten um etwa sechs Prozent.

Florian Öhnbeck

Rubriklistenbild: © dpa

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