Schützenhilfe für E.ON

- Brüssel - E.ON bekommt im Übernahmekampf um den spanischen Stromversorger Endesa Schützenhilfe von der EU-Kommission. Sie will gegen die spanische Regierung wegen deren Blockadepolitik vorgehen. Ein Verfahren wegen Verletzung des EU-Vertrags dürfte im kommenden Monat eröffnet werden, hieß es am Montag in Brüsseler EU-Kreisen.

Ein solches Verfahren kann sich Jahre hinziehen und im äußersten Fall vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) gehen. Die spanische Regierung tritt dafür ein, dass Endesa in spanischer Hand bleibt und favorisiert daher die als feindlich eingestufte Offerte des heimischen Gasversorgers Gas Natural.

Der Sprecher von EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy kritisierte, dass die Regierung von Ministerpräsident Jos Luis Rodr¢guez Zapatero Ende vergangener Woche eine Frist zur Beantwortung von Fragen der Kommission verstreichen ließ.

"Wir können weitere Schritte beschließen, ob wir eine Antwort von der Regierung haben oder nicht", sagte der Sprecher. Madrid hatte am Freitagabend lediglich mitgeteilt, die Kommission solle informiert werden, nachdem in Spanien interne Prozeduren abgeschlossen seien. Man wolle einen konstruktiven Dialog, hatte es geheißen.

McCreevy will insbesondere Informationen über Gesetzesänderungen, die Ende Februar zur Abwehr des Einstiegs von E.ON beschlossen wurden. Der Düsseldorfer Energieriese bietet für Endesa 29,1 Milliarden Euro. Die Mitarbeiter von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes untersuchen derzeit das Übernahmeangebot von E.ON separat unter den Regeln der EU-Fusions-Kontrollverordnung. Ein Ergebnis soll bis 25. April vorliegen.

Zur geplanten Fusion der französischen Energiekonzerne Gas de France (GDF) und Suez sprach Kroes unterdessen mit den Vorstandchefs der Unternehmen, Jean-Franois Cirelli und Grard Mestrallet. Kroes kündigte eine genaue Prüfung des Zusammenschlusses an, der allerdings bisher nicht in Brüssel angemeldet wurde. Die Niederländerin will am Dienstag mit dem Chef des italienischen Energiekonzerns ENEL, Fulvio Conti, zusammenkommen. ENEL will Suez übernehmen und hatte mit diesen Ansinnen die Schnellfusion GDF-Suez ausgelöst.

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