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Die Schuhhandelskette Görtz bekommt eine Kapitalspritze vom Münchner Finanzinvestor Afinum.

Münchner Investor gibt Geld

Schuhhandelskette Görtz bekommt Finanzspritze

Hamburg - Der Schuhhändler Görtz ist von Hamburg aus zu einem der größten der Branche in Europa aufgestiegen. Doch der harte Wettbewerb zwingt die Kette zu Veränderungen. Jetzt steigt ein Investor ein und bringt frisches Geld mit.

Der Münchner Finanzinvestor Afinum stärkt den Schuhfilialisten Görtz mit frischem Geld. Afinum steigt als strategischer Partner mit einer Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent bei der Ludwig Görtz GmbH ein, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Sie wollen Filialen modernisieren und den Verkauf über unterschiedliche Vertriebskanäle - vor allem den Online-Handel - voranbringen. Über die Höhe der Finanzspritze wurde Stillschweigen vereinbart.

Görtz beschäftigt rund 3200 Mitarbeiter, davon arbeiten den Angaben zufolge rund 65 Prozent in Teilzeit. Der Filialist verfügt über 170 Filialen. Im harten Preiskampf des Einzelhandels musste Görtz seit 2012 Dutzende Läden schließen und Stellen einsparen. Damals waren es noch rund 240 Filialen und 4000 Beschäftigte. Görtz hat zudem seine Schweizer Schuhkette Pasito-Fricker verkauft und eine IT-Tochter veräußert - zusammen waren dort mehr als 800 Mitarbeiter tätig.

„Die Geschäftsführung hat im vergangen Jahr die richtigen Weichen gestellt“, sagte Familiengesellschafter und Verwaltungsratschef Ludwig Görtz. Diese Einschätzung wird auch von dem Investor geteilt, wie dieser berichtete. Das Unternehmen schrieb 2013 operativ wieder schwarze Zahlen. Zuvor gab es zwei Verlustjahre. Als Umsatz für 2013 werden 365 Millionen Euro ausgewiesen.

Im 1. Quartal 2014 sei Görtz doppelt so stark gewachsen wie der Markt mit einem „guten zweistelligen“ Wachstum, ergänzte ein Firmensprecher. Der Saisonverlauf mit Frühlingstemperaturen sei gut für die Mode- und Schuhbranche gewesen. Auch die Umstellung der Schuhkollektionen habe sich ausgezahlt, sagte der Sprecher. Ware unterhalb von 50 Euro biete Görtz nicht mehr an. Der Filialist setzt auf „höhere Stilsicherheit sowie höhere Qualität“ - jenseits der 70 Euro. Im Einzelhandel haben die traditionellen Schuhgeschäfte Konkurrenz von Boutiquen und Warenhäusern bekommen, die zur Bekleidung gleich das passende Schuhwerk mitverkaufen wollen.

Die Kapitalgeber beteiligen sich seit dem Afinum-Gründungsjahr 2000 an mittelständischen Unternehmen, darunter sind aktuell der Möbelhersteller Thonet und das Orwo-Großlabor für Bildentwicklung und -druck. Die Investoren wollen nach eigenem Bekunden Görtz dabei unterstützen, die „strategische Neuausrichtung erfolgreich zu einem Abschluss zu bringen“.

dpa

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