Azubis suchen einen neuen Job

Arbeitslosenzahlen steigen wegen Schulabgängern

Nürnberg - Im Juli treten in Bayern viele Schulabgänger den Gang zu den Arbeitsämtern an. Auch fertige Azubis suchen einen neuen Job. Die Zahl der Arbeitslosen ist deshalb gestiegen - allerdings nur wenig.

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Juli leicht auf 249 300 gestiegen. Damit waren zu Beginn der Sommerpause knapp 2200 Menschen mehr auf Stellensuche als noch im Juni, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Dennoch blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,6 Prozent. „Der Anstieg ist saisonal üblich und zum großen Teil auf die Arbeitslosmeldungen zahlreicher Schulabsolventen zurückzuführen“, erläuterte Behördenchef Ralf Holtzwart.

Für künftige Azubis sei die Lage auf dem bayerischen Ausbildungsmarkt sehr gut, betonte der Chef der Arbeitsagenturen im Freistaat. „Rein rechnerisch steht wieder jedem Bewerber mindestens eine Ausbildungsstelle zur Verfügung.“ Für 18 200 unversorgte Jugendliche gebe es aktuell mehr als 28 300 Ausbildungsstellen - allerdings fällt die Verteilung je nach Region und Branche unterschiedlich aus.

Während in Nieder- und Oberbayern rechnerisch 132 Stellen auf 100 Schulabgänger kommen, sind es in Unterfranken nur 94. „Die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen verzeichnen derzeit der Handel, die Lebensmittelbranche, der Tourismus, das verarbeitende Gewerbe, aber auch der Dienstleistungssektor“, zählte Holtzwart auf.

Generell ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Bayern zwar im bundesweiten Vergleich hervorragend, aber nicht mehr ganz so rosig wie noch vor einem Jahr. Damals lag die Erwerbslosenquote noch bei 3,4 Prozent. Holtzwart betonte aber, dass trotz des Anstiegs der Arbeitslosenzahlen zum Vormonat der Abstand zum Vorjahr wieder schrumpfe. „Mit Blick auf die künftige Entwicklung kann von positiven Tendenzen gesprochen werden.“

So habe sich das Geschäftsklima im Gewerbe weiter aufgehellt - ein wichtiger Frühindikator für die Entwicklung der Konjunktur. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Juli wieder an, auch wenn im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von fast elf Prozent zu Buche schlug. Aktuell sind den Arbeitsagenturen 65 700 Stellen gemeldet, besonders die wirtschaftlichen Dienstleistungen und die Zeitarbeit legten zuletzt deutlich zu. Rückgänge gab es hingegen im Gastgewerbe.

Gute Nachrichten verkündete die Regionaldirektion mit Blick auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Danach wurde das Allzeithoch vom November 2012 trotz der Konjunkturschwäche mit 4,914 Millionen regulären Jobs zuletzt nur knapp unterschritten (Mai-Daten). Binnen Jahresfrist trugen vor allem die wirtschaftlichen Dienstleistungen, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das verarbeitende Gewerbe und der Handel zum Beschäftigungsaufbau bei.

Rubriklistenbild: © dpa

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