Schulbeginn: Wer auf Wegen und Umwegen haftet

- Ab kommenden Dienstag ist für Bayerns Schulkinder die Zeit der großen Ferien vorbei. Dann müssen sie sich wieder jeden Morgen auf den Weg zur Schule machen. Doch was ist, wenn etwas passiert, wer haftet für Schäden?

Ob Mara B. (6) beim Sportunterricht mit einer Mitschülerin zusammenstößt und sich verletzt. Ob Niklas K. (7) auf dem Weg zur Schule von einem Radfahrer erfasst wird. Ob Franca L. (9) auf dem Heimweg von der Schule selbst vom Fahrrad stürzt. Oder ob Torben S. (10) beim Schul-Fußballspiel von einem Gegenspieler ziemlich roh zu Boden gestreckt wird: Hinter jedem schmerzlichen Fall steht auch die Frage: Wer kommt für die Kosten auf?

Versicherungsrechtlich geschützt sind solche Unfälle durch die gesetzliche Unfallversicherung. Sie wird aus Steuermitteln finanziert und schützt sämtliche Kinder und Jugendliche in Kindergärten, allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen.

Wann gilt der Unfallschutz?

Er umfasst die Teilnahme am Unterricht einschließlich der Pausen - ebenso wie Veranstaltungen der Schule, also Ausflüge und Besichtigungen, Kino- und Theaterbesuche, wenn sie unter Aufsicht der Erzieher durchgeführt werden. Alle damit zusammenhängenden Wege (ausgenommen längere "Umwege", etwa um Freunde zu besuchen) sind ebenfalls in den Versicherungsschutz einbezogen. Das gilt in bestimmten Fällen sogar für den Kauf von Schulheften oder anderer Lernmittel. Die Erledigung von Hausaufgaben ist allerdings normalerweise Privatsache der Schüler. Organisiert jedoch die Schule eine "Hausaufgabenhilfe", so besteht in dieser Zeit (natürlich auch auf den damit zusammenhängenden Wegen) der gesetzliche Unfallversicherungsschutz.

Was leistet die Versicherung?

Übernommen werden die Kosten der Arzt- und Krankenhausbehandlung, Medikamente, auch Kuren. In schweren Fällen steht eine Rente zu, die unter anderem vom Lebensalter und dem Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit abhängt. Je nach Schwere einer Verletzung kann dabei eine Monatsrente von bis zu 980 Euro herauskommen. Allerdings: Schmerzensgeldansprüche bestehen - wie auch sonst in der gesetzlichen Unfallversicherung - nicht.

Was ist nach einem Unfall zu tun?

Der Unfallversicherungsträger muss schnellstmöglich informiert werden (meistens ist das die Landesunfallkasse). Das wird vom Schulbüro erledigt, das allerdings - speziell wenn es sich um einen Wegeunfall gehandelt hat - von den Eltern verständigt werden muss, damit alles Weitere in die Wege geleitet werden kann. Die Chipkarte der Krankenkasse braucht dem Arzt nicht vorgelegt zu werden, wenn ein Unfall eingetreten ist, für den die Schüler-Unfallversicherung leistet. Er rechnet mit der Unfallversicherung direkt ab.

Unfall in der Freizeit

Freizeitunfälle werden vom gesetzlichen Unfallversicherungsschutz nicht erfasst. Eltern, die ihre Sprösslinge auch in dieser Zeit vor den finanziellen Folgen eines Malheurs schützen wollen, können eine private Unfallversicherung abschließen. Vor Vertragsunterzeichnung sollten sie dafür allerdings mehrere Angebote einholen. Es gibt sie bei günstigen Anbietern schon deutlich unter hundert Euro - bei einer empfohlenen Grundsumme von mindestens 200 000 Euro im Jahr, so der Bund der Versicherten. Ratsam ist auch, eine einjährige Laufzeit mit automatischer Verlängerung zu wählen, also sich nicht sofort fünf oder zehn Jahre zu binden.

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