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Antonis Samaras und seine Regierung in Athen haben offenbar beim Schuldenrückkauf Erfolg.

Griechenland-Rettung

Schulden-Rückkauf hat offenbar funktioniert

Athen - In Griechenland herrscht erstmals seit langer Zeit wieder vorsichtiger Optimismus: Der Schuldenrückkauf ist allem Anschein nach erfolgreich verlaufen.

Damit könnte das Land eine wichtige Hürde für die Auszahlung weiterer Milliardenkredite nehmen und wäre auf einen Schlag 20 Milliarden Euro Schulden los.

Die erhofften Offerten über knapp 30 Milliarden Euro werden zusammenkommen, berichten griechische Medien unter Berufung auf Kreise im Athener Finanzministerium. Allerdings wurden die Angebote am Wochenende noch im Detail geprüft.

Ziel Griechenlands war, mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an alten Schulden aufzukaufen und sie damit vom Markt zu nehmen. Das würde den Schuldenberg des Landes quasi über Nacht um rund 20 Milliarden Euro verkleinern.

Ministerpräsident Antonis Samaras traf am Sonntagabend zu einem Kurzbesuch in Bayern ein. Geplant war ein Abendessen mit Regierungschef Horst Seehofer und mehreren Ministern in München. Seehofer hatte in der CSU zuletzt einen deutlich freundlicheren Kurs gegenüber Griechenland durchgesetzt. „Mir gefällt in der Politik immer der Blick in die Zukunft“, sagte Seehofer vor dem Treffen im Prinz-Carl-Palais. Er wolle „freundschaftlich“ mit Samaras über aktuelle Themen reden. Der griechische Gast zeigte sich nach Teilnehmerangaben relativ herzlich. Er lud Seehofer zu einem Gegenbesuch nach Athen ein.

Den Besuch eingefädelt hatte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. Er nahm am Abendessen ebenso teil wie sein Vize Martin Zeil sowie Sozialministerin Christine Haderthauer. Sie kennt Samaras von einem längeren Gespräch bei einer Athen-Reise vor wenigen Wochen. Nicht eingeladen zum Abendtermin war Finanzminister Markus Söder. Der CSU-Politiker hatte über mehrere Wochen hinweg die griechische Politik massiv kritisiert, für einen Euro-Austritt des Landes geworben und gefordert, „ein Exempel“ an Griechenland zu statuieren.

Von Söder heißt es, er sei vom Wirbel um Samaras’ Besuch in Bayern eher wenig angetan. Er erhielt am Wochenende auf einer anderen Veranstaltung eine europäische Ehrenmedaille. Söder verbreitete wenig später im Internet: „Auch Ehrlichkeit wird respektiert.“

Samaras will am heutigen Montagmorgen weiter nach Oslo reisen.  cd/dpa

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