Schuldenberg in EU wächst und wächst

Brüssel - Ungeachtet großer Sparanstrengungen vieler EU-Staaten wächst deren Schuldenberg weiter. Der gesamtstaatliche Schuldenstand dürfte im kommenden Jahr im Schnitt 83,3 Prozent der Wirtschaftsleistung erreichen.

Die Schulden in den EU erklimmen allen Sparbemühungen zum Trotz immer neue Höhen. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könnte das öffentliche Defizit im kommenden Jahr europaweit auf 83,3 Prozent des BIP klettern, wie aus einem am Montag veröffentlichten Finanzbericht der Europäischen Kommission vorgeht. 2007 lag der Wert noch bei unter 60 Prozent. In der Eurozone könnten - wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden - sogar 88,7 Prozent des BIP erreicht werden. 2007 waren es noch 66,3 Prozent.

Die gesamtwirtschaftliche Situation bleibe fragil, heißt es in dem 220 Seiten starken Bericht. Dies habe das geringer als erwartet ausgefallene Wachstum im zweiten Quartal gezeigt. In einigen Ländern sei von einer Erholung bislang noch nichts zu spüren

“Besorgnis erregende Entwicklung“

Ein Sprecher von EU-Währungskommissar Oli Rehn sprach von einer “Besorgnis erregenden“ Entwicklung. Sollten sich Befürchtungen hinsichtlich einer Verlangsamung der Erholung bewahrheiten, gebe es angesichts weitere Herausforderungen wie der zunehmenden Alterung der Gesellschaft “keinen Grund zur Selbstzufriedenheit“, betonte er.

Nach 2012 sollten die Verschuldung den Voraussagen zufolge allmählich sinken. Für Griechenland, Irland, Portugal, Großbritannien und Spanien gehen die Experten jedoch nur von einer langsamen Erholung aus, die möglicherweise viele Jahre dauern könnte.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn rief angesichts der Zahlen die unter Druck geratenen Mitgliedsstaaten erneut auf, an ihren haushaltspolitischen Zielvorgaben festzuhalten. Falls nötig, müssten auch weitere Maßnahme ergriffen werden, betonte er.

dapd

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