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Theo Zellner, Präsident des Sparkassenverbands Bayern.

Schuldenkrise: Das sagen Bayerns Sparkassen

München - Über die Schuldenkrise sprach der Münchner Merkur mit Theo Zellner, Präsident des Sparkassenverbands Bayern.

Haben Sie Verständnis dafür, dass am Samstag weltweit Hunderttausende gegen die Auswüchse der Finanzmärkte auf die Straße gegangen sind?

Der Unmut gegen Auswüchse einer Investment-Branche, die sich von der Realwirtschaft entfernt, ist verständlich. Wir haben als Sparkassen deshalb schon mehrfach gefordert, diesen bislang wenig regulierten Bereich stärker zu überwachen. Es wird allerdings immer nur von den „Banken“ gesprochen und dabei übersehen, dass wir mit den regional ausgerichteten Kreditinstituten starke Gegengewichte zu den Großbanken haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die neue Protestwelle gegen Sparkassen richtet.

Die EU ist der Ansicht, dass Banken ihr Eigenkapital aufstocken müssen, um sich besser gegen Risiken abzusichern. Fahren auch die Sparkassen bislang einen zu riskanten Kurs?

Nein, die Sparkassen haben die Krise weder verursacht, noch verschärft. Wir konzentrieren uns darauf, Spareinlagen aus den jeweiligen Geschäftsgebieten herein zu nehmen und diese Gelder direkt wieder an die Kunden und an den Mittelstand als Kredit auszureichen. Es ist ein Geschäftsmodell, das die Kritiker der internationalen Banken eigentlich fordern.

Die Rede ist von einer Aufstockung auf neun Prozent binnen neun Monaten. Ist das aus Sicht der bayerischen Sparkassen machbar?

Die neuen Regeln nach Basel III sehen vor, die Eigenkapitalquoten bis 2018 auf 8,5 Prozent zu erhöhen. Die Übergangsfrist wurde bewusst gewählt, da die Kreditinstitute Zeit brauchen, um ihre Kapitalbasis zu verstärken. Jetzt innerhalb der nächsten Monate das Eigenkapital auf neun Prozent hochzufahren, wäre nicht realisierbar. Wir gehen aber davon aus, dass von den Überlegungen einer zwangsweisen Rekapitalisierung nur systemrelevante Großbanken betroffen sind. Die Sparkassen weisen keine Risiken auf, die mit der Stabilisierung der Eurozone zu tun haben.

Was halten Sie davon, dass diejenigen, die das nicht selbst schaffen, vom Staat eine Kapitalspritze verpasst bekommen sollen?

Eine zwangsweise Kapitalisierung von Banken mit öffentlichen Mitteln muss eine absolute Ausnahme sein und sollte auf entsprechend bedürftige Institute beschränkt bleiben.

Einige Spitzenpolitiker fordern, Geschäftsbanken und Investmentbanking zu trennen. Ein guter Weg?

Wir sind reine Geschäftsbanken und wären von einer solchen Trennung nicht betroffen. Der Vorschlag wurde von einer englischen Kommission auf den Weg gebracht. Weil die Größe von Investmentbanken ein Problem ist, halte ich das für einen prüfenswerten Vorschlag.

Interview: Andreas Zimniok

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