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Selbst die Deutschen halten sich inzwischen beim Einkaufen zurück: Wegen der Schuldenkrise sitzt der Euro nicht mehr so locker.

Krise: Verbraucher verlieren Kauflust

Nürnberg - Die Euro-Schuldenkrise drückt auf die Kauflust der EU-Bürger. Selbst die bislang zuversichtlichen Deutschen fürchten inzwischen, in den Strudel der Krise zu geraten.

Besonders in Griechenland, Italien und Spanien ist die Stimmung der Verbraucher mies. Die Euro-Schuldenkrise schlägt den Konsumenten in der EU zunehmend auf die Stimmung. Allerdings unterschiedlich stark - je nachdem, wie heftig die einzelnen Länder von den Turbulenzen bislang betroffen sind. Vor allem Griechenland, Spanien und Italien hätten im zweiten Quartal mit einem schlechten Konsumklima zu kämpfen gehabt, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Dienstag in Nürnberg mit. “Insgesamt hat sich durch die jüngste Verschärfung der Bankenkrise die Stimmung in Europa weiterhin gedämpft gezeigt. Das gilt für nahezu alle Länder, mit Ausnahme von Deutschland und mit Abstrichen auch Österreich“, erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl.

In diesen beiden Ländern trotzten die guten internen Rahmenbedingungen bislang den negativen Einflüssen von außen. “Deutschland und Österreich sind die einzigen Länder in Europa, wo die Arbeitslosigkeit von 2007 bis jetzt gesunken ist“, betonte Bürkl. In Spanien hingegen habe sich die Erwerbslosigkeit mehr als verdoppelt, auch in Griechenland, Italien und Großbritannien sei der schlechte Arbeitsmarkt ein handfestes Problem.

Allerdings befürchten laut GfK auch die Deutschen zunehmend, dass ihre Wirtschaft in den Strudel der Krise gerät. Die US-Amerikaner hingegen sehen die konjunkturelle Entwicklung ihres Landes deutlich positiver als die Europäer, auch wenn ihre Wirtschaft noch nicht richtig in Schwung gekommen ist und sie sich zuletzt mit Einkäufen zurückhielten. Dennoch lebten viele Konsumenten wie in Vorkrisenzeiten wieder auf Pump, schilderte die GfK. “In den vergangenen Monaten nahmen sie so viele Kredite auf wie seit zehn Jahren nicht mehr.“

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Mit Blick auf die Konjunkturerwartungen waren die Italiener im zweiten Quartal am pessimistischsten. Wegen des harten Sparkurses der Regierung gaben sie zudem so wenig Geld aus wie nie zuvor. Auch die Tschechen beurteilten die Chancen auf wirtschaftliche Entwicklung negativ, wie die Marktforscher erläuterten. Am höchsten waren die Werte in Frankreich, Rumänien und Deutschland.

In vielen Ländern Europas rechneten die Verbraucher mit steigenden Einkommen, wenn auch häufig auf einem sehr niedrigen Niveau. Die geringsten Lohnzuwächse erwarteten der repräsentativen Studie zufolge die Portugiesen, gefolgt von den Griechen und Italienern. Auf mehr Geld setzten hingegen die Österreicher, Rumänen und Deutschen.

Die Bereitschaft, teure Anschaffungen zu tätigen, blieb laut GfK im zweiten Quartal relativ konstant auf einem niedrigen bis sehr niedrigen Niveau. “Die Verbraucher befürchten im Zuge der europaweiten Konsolidierungsbemühungen weitere Steuererhöhungen“, erläuterten die Konsumexperten die Zurückhaltung vor allem der Briten, Portugiesen und Griechen. Die Bulgaren, Österreicher und Deutschen zeigten sich wesentlich kauffreudiger. Die GfK befragt für die regelmäßige Studie gut 20 000 Menschen in zwölf EU-Ländern, die rund 80 Prozent der gesamten EU-Bevölkerung umfassen. Seit März 2011 führt sie die Untersuchung auch in den USA durch.

dpa

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