Schuldenspirale dreht sich immer schneller

- München - Die Schuldenspirale in Deutschland dreht sich immer schneller: Noch nie gab es in einem ersten Halbjahr so viele Pleiten und Offenbarungseide von Verbrauchern wie in den ersten sechs Monaten 2004, wie die Wirtschaftsinformation Bürgel mit Blick auf den Beginn der Statistik 1996 berichtete.

Die Gründe für die wachsenden Schulden liegen laut Bürgel bei Anbietern und Verbrauchern gleichermaßen. Der Handel locke Konsumenten mit Krediten und bequemen Ratenzahlungen. Dabei vernachlässige er oft die Prüfung des finanziellen Spielraums der Kunden, so Bürgel. Zugleich unterschätzten viele Schuldner die tatsächlichen Kosten der Anschaffungen auf Kredit. Zudem würden Forderungen aus Handyrechnungen oder Handwerksleistungen immer öfter per gerichtlicher Zwangsmaßnahme eingetrieben.<BR><BR>Nicht immer sei Geldmangel der Grund für ausstehende Zahlungen. "Schuldner verzögern oft ganz bewusst fällige Zahlungen. Im Gegenzug straffen Gläubiger ihr Forderungsmanagement und streben schneller harte gerichtliche Maßnahmen an", so Johan Zevenhuizen, Geschäftsführer von Bürgel.<BR><BR>Die Zahl der eidesstattlichen Versicherungen (Offenbarungseide) stieg im ersten Halbjahr um 6,8 Prozent auf 554 523. Einen deutlichen Anstieg um 18,5 Prozent auf 104 178 Offenbarungseide gab es in Ostdeutschland, im Westen erhöhte sich die Zahl um 4,4 Prozent auf 450 345 Fälle. Bürgel wies allerdings darauf hin, dass es in einigen Regionen auf Grund Personalmangels einen Stau bei der Bearbeitung der Verfahren gegeben habe. <BR><BR>Immer häufiger wurden auch Haftanordnungen zur Durchsetzung der eidesstattlichen Versicherung erlassen. Auch hier verzeichnete der Osten mit einem Plus von 18,9 Prozent auf 44 329 Fälle den stärksten Anstieg. <BR><BR>Für das Gesamtjahr 2004 erwartet Bürgel eine Zunahme der gerichtlichen Zwangsmaßnahmen gegenüber dem Vorjahr um 7,4 Prozent auf insgesamt rund 1,8 Millionen Fälle.

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