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Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou.

Schuldensünder Griechenland hält Euro-Partner in Atem

Brüssel - Keine Krise hat in den vergangenen zehn Jahren die Eurozone so erschüttert wie das griechische Schuldendebakel. Der Euro steht unter Druck, die Nervosität nimmt zu. Soll der Internationale Währungfsfond den Griechen helfen? 

Es reicht ein geänderter Reiseplan des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, um die Märkte zu bewegen. Einige Beobachter befürchten, dass Spekulanten an den Finanzmärkten Spanien oder Portugal ebenfalls ins Wanken bringen könnten. Auch für diese Länder steigen derzeit die Risikoaufschläge für langfristige Staatsanleihen.

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob der sanierungsreife Mittelmeerstaat Griechenland milliardenschwere Hilfen der Euro-Partner erhalten wird. Die Debatten laufen dazu seit längerem in den Hauptstädten mit der Gemeinschaftswährung, ohne dass dies bisher zu einem Rettungsplan führte. Manche Experten sehen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, da die nächste Umschuldung in Athen erst im Frühjahr fällig sei.

Kurz vor dem Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag in Brüssel schlugen aber dennoch die Wellen hoch. Eine Videokonferenz der Euro-Finanzminister, geleitet von Luxemburgs Premier- und Schatzminister, Jean-Claude Juncker, sollte unmittelbar vor dem Spitzentreffen eine Linie vorgeben.

In Brüssel wurde auch weiter spekuliert, dass Berlin seinen Widerstand gegen eine Hilfsaktion für Griechenland nun aufgegeben habe. Nein, lautete die postwendende Antwort aus Berliner Regierungskreisen, es seien keine konkreten Hilfen der Euro-Partner oder bilaterale Rettungsmaßnahmen einzelner Länder geplant.

Der kummergewohnte griechische Regierungschef Giorgos Papandreou traf in Paris am Mittwoch mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy zusammen. Der weltmännisch auftretende Papandreou machte im Elysée-Palast dem Vernehmen nach deutlich, dass er zur Zeit keine weiteren Einschnitte ankündigen kann, ohne neuen Ärger in der Bevölkerung zu provozieren.

“Verschnaufpause“ - so lautet das Zauberwort in Athen. Ob die Europäer bereit sind, diese zu gewähren, werde sich beim Gipfeltreffen zeigen, meinten Diplomaten. In der zurückliegenden Woche hatte die EU-Kommission Papandreous Sparplan gebilligt - das Ziel ist, bis 2012 das ausgeuferte Defizit von fast 13 Prozent der Wirtschaftsleistung wieder in den Griff zu bekommen.

In Europa gibt es auch eine Debatte darüber, ob der Internationale Währungsfonds (IWF) Griechenland zur Seite stehen soll oder nicht. Juncker und Trichet sind offensichtlich dagegen, aber es regt sich Widerstand. “Griechenland hat Recht auf eine Hilfe vom IWF, dessen Mitglied es ist“, sagte der belgische Finanzminister Didier Reynders der französischen Tageszeitung “Le Monde“ (vom Mittwoch). Einige Finanzmarktexperten fordern, dass Athen grundsätzlich seine Ausgaben auf den Prüfstand stellt. So werde wegen der historischen Spannungen mit der Türkei sehr viel Geld für das Militär ausgegeben - etwa 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung, “normal“ seien in der EU hingegen 1,5 Prozent. Falls Athen beim Militär nur auf europäisches Mittelmaß zurückkehre, sei schon ein Drittel des Sparvolumens geschafft.

dpa

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