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Guter Sitz: Wer einen Schulranzen kauft, sollte sich Zeit zum Ausprobieren nehmen.

die richtige büchertasche

Schulranzen: Darauf kommt es an

Er soll den Kindern gefallen, aber sie auch für Autofahrer sichtbar machen. Denn nur so sind die Kleinen auf dem Schulweg geschützt. Hier erfahren Sie, was Sie beim Schulranzen-Kauf beachten müssen.

Er soll den Kindern gefallen, aber sie auch für Autofahrer sichtbar machen. Denn nur so sind die Kleinen auf dem Schulweg geschützt. Hier erfahren Sie, was Sie beim Schulranzen-Kauf beachten müssen. Für den Schulranzenkauf sollte man sich viel Zeit nehmen. „Der ABC-Schütze muss beim Kauf unbedingt dabei sein“, rät Matthias Zeuner-Hanning , Umweltberater bei der Verbraucherzentrale Bayern. Denn ob der Schulranzen optimal sitzt, findet man heraus, wenn man mehrere Modelle ausprobiert. Und auch wenn die Kleinen ihre eigenen Vorstellungen haben, am Ende sollte nicht das schönste, sondern das praktischste Modell gekauft werden. Eines, das die DIN-Norm 58 124 erfüllt. Der Hinweis ist auf der Verpackung oder am Ranzen angebracht.

Im Dunkeln leuchten

Am wichtigsten ist das Thema Sicherheit: Damit der Schüler in der Morgendämmerung auf der Straße nicht übersehen wird, muss der Schulranzen Reflektoren besitzen. Zehn Prozent der Vorder- und Seitenteile sollen das Scheinwerferlicht zurückwerfen. Mindestens 20 Prozent müssen zudem fluoreszieren. Das bedeutet, dass eine gelbe oder orangefarbige Fläche am Tag und in der Dämmerung leuchtet. Die Leuchtfunktion lässt sich schwer testen, meint Zeuner-Hanning. Aber hier kann man sich auf das DIN-Zeichen verlassen. Schlechter heißt nicht billiger: Schulranzen ohne Leuchteffekte kosten meist genauso zwischen 120 und 160 Euro wie die normierten.

Der perfekte Sitz

Die Gurte sollten mindestens vier Zentimeter breit und gut gepolstert sein. Am günstigsten sind laut Stiftung Warentest s-förmige Gurte, die weder an den Achseln noch am Hals scheuern. Eine dicke Jacke oder ein Pulli zeigt, ob der Gurt im Winter zu eng wird und plötzlich scheuert. „Das Kind sollte ausprobieren, ob es den Schulranzen öffnen und die Gurte beim Tragen leicht verstellen kann“, rät Matthias Zeuner-Hanning. Aber Vorsicht: Werden die Riemen dadurch zu lang, herrscht Stolpergefahr. Der Ranzenrücken soll gut abgepolstert sein und beim Tragen an mehreren Stellen anliegen. Harte Polster können drücken, sind sie zu dünn, drücken die Bücher. Von den Schultrolleys, die man hinter sich herziehen kann, raten die Experten ab. Denn in den Schulbus oder über Bordsteinkanten müssen die auch gehoben werden. „Das Heben belastet die Kinder stärker, als den Ranzen auf dem Rücken zu tragen“, meint Matthias Zeuner-Hanning.

Was dran sein muss

Wie viele Innenfächer ein Schulranzen haben muss, ist Geschmacksache. Wichtig ist jedoch, dass auch größere Hefte und Ringbücher hinein-passen. Viele Kinder legen Wert auf Außenfächer für Trinkflasche und Brotzeitdose. Dann beschädigen diese die Hefte nicht, wenn sie auslaufen. Der Deckel sollte sich weit nach hinten öffnen lassen, damit die Schultasche eng am Platz stehen kann. Ideal wäre ein Tragegriff zum Aufhängen und ein zweiter am Deckel zum Tragen.

Ein guter Schulranzen sollte die vier Grundschuljahre überstehen. Wer ein gebrauchtes Modell vom großen Bruder oder aus dem Bekanntenkreis übernimmt, sollte es prüfen, ob es noch gut erhalten ist. Außerdem rät der Umweltberater, kein zu kindliches Muster zu wählen. „Sonst hat sich das Kind in der dritten Klasse daran sattgesehen.“

Achtung auf Gewicht

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Gewicht. Je leichter, desto besser. Beim Einkauf ist es ratsam, eine Tasche mit Büchern mitzunehmen. Dann kann getestet werden, wie sich das Modell in schwerem Zustand anfühlt. In der aktuellen Schulranzen-DIN heißt es, ein Kind sollte maximal zehn Prozent seines Körpergewichts mit sich herumtragen. Wiegt es 30 Kilo, wären das drei Kilo für Ranzen und Bücher. Derzeit wird die DIN überarbeitet, erklärt Zeuner-Hanning. „Da wird auch die Gewichtsfrage wieder diskutiert.“

Damit die Kleinen keinen zusätzlichen Ballast mitnehmen, sollten die Eltern alles Unnötige ausmisten. Beim Packen gilt die Devise: Schwere Bücher nah an den Rücken, leichtes nach vorne, damit der Ranzen nicht nach hinten zieht. Die beste Möglichkeit, sich für den täglichen Schulweg fit zu halten, ist übrigens Sport. Ein bisschen Bewegung trainiert nicht nur die Muskeln, sondern macht auch den Kopf frei.

Ingrid Müller

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