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Der Prozess gegen den früheren Infineon-Chef Ulrich Schumacher wird eingestellt.

Schumacher kann aufatmen: Prozess wird eingestellt

München - Der einstige Infineon-Chef Ulrich Schumacher kann aufatmen: Noch in dieser Woche will das Landgericht München den Strafprozess gegen den gefallenen Börsenstar einstellen.

Nach einem guten Dutzend Verhandlungstagen und der Befragung zahlreicher Zeugen ist klar: Die Beweislage reicht für eine Verurteilung des 51-Jährigen wegen Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr nicht aus. “Das kriegen Sie von uns auch schwarz auf weiß, Herr Schumacher“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll am Montag in München. Jetzt steht nur noch der Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen den früheren Infineon-Chef im Raum.

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Prozess gegen Ex-Infineon-Chef vor der Einstellung

Seit Mitte September saß Schumacher in dem Prozess auf der Anklagebank. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Vom früheren Sponsorenvermittler Udo Schneider habe sich Schumacher Geld geben lassen, um damit seiner Leidenschaft für schnelle Autos zu frönen und sich die Teilnahme an privaten Autorennen zu finanzieren.

Als Hauptbelastungszeuge der Anklage erneuert Schneider diese Vorwürfe im Prozess gegen seinen einstigen Freund und Geschäftspartner Schumacher zwar, doch lassen zahlreiche Erinnerungslücken Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen. Schumacher selbst beteuert dagegen von Anfang an: “Ich war und bin nicht käuflich.“ Dabei gab sich der einstige Infineon-Chef, der vielen Menschen vor allem durch die Bilder vom Börsengang des Chipkonzerns in Erinnerung ist, als er im Rennwagen an der Wall Street vorfuhr, auch selbstkritisch: In Zeiten des Börsen-Booms habe man schon einmal die Bodenhaftung verlieren können. “Dass viele Menschen ein nicht allzu positives Bild von mir haben, ist mir bewusst.“

Viele Einblicke

Tatsächlich bietet der Prozess viele Einblicke in damalige Gepflogenheiten: Von einem Abendessen mit Kaviar “in rauen Mengen“ ist da die Rede, von kostspieligen Oldtimern und hohen Bargeld- Summen, die in Plastiktüten übergeben wurden oder von einem Hausmeister, der zwar bei Infineon angestellt war, aber vor allem die Privatgärten der Vorstandsmitglieder pflegte. Von strafrechtlicher Relevanz ist das aber für das Gericht zum Großteil nicht. Lediglich der Vorwurf der Steuerhinterziehung “im überschaubaren Bereich“ bleibe gegen Schumacher jetzt noch bestehen, sagt Richter Peter Noll. Die restlichen geladenen Zeugen brauchen deshalb zum nächsten Verhandlungstermin an diesem Mittwoch (28. Oktober) gar nicht mehr zu erscheinen.

Dann will das Gericht auch eine ausführliche Begründung für die angekündigte Einstellung des Prozesses liefern. Schumachers Verteidiger Hanns Feigen ist mit dem Ausgang zufrieden. “Herr Schumacher hat gesagt, er hat keinen Pfennig genommen, das ist jetzt gerichtlich geprüft“, sagt der Rechtsanwalt. Da sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung einer Einstellung des Verfahrens zugestimmt haben, sind keine Rechtsmittel dagegen möglich. Das juristische Tauziehen zwischen Schumacher und seinem früheren Arbeitgeber dürfte damit aber noch lange nicht beendet sein: Als nächstes dürfte der Manager auf die Auszahlung der noch ausstehenden zweiten Hälfte seiner Abfindung in Höhe von 2,6 Millionen Euro pochen, die Infineon einbehalten hatte.

dpa

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