Schutz gegen Böen und Hochwasser: Gut versichert durch den Herbst

- Frostige Winde, Regen und Schnee: Binnen einer Woche hat garstiges Herbstwetter den milden Oktober schon wieder vergessen gemacht. Für Mieter, Hauseigentümer und Autofahrer bricht nun keine schöne Zeit an, drohen doch starke November-Stürme Dächer abzudecken oder Bäume zu entwurzeln. Auch Hochwasser und Schneedruck wie im vergangenen Jahr werden wieder zum Thema. Unsere Zeitung zeigt, welche Versicherungen im Ernstfall einspringen.

Schäden am Haus

Sturmschäden außen am Haus sichert in der Regel die so genannte Wohngebäudeversicherung ab, die Stiftung Warentest und der Bund der Versicherten (BdV) Eigentümern von Immobilien empfehlen. Dazu zählen beispielsweise Fassaden, Fenster, Türen und das Dach. Versichert sind zudem Anbauten und Installationen, die mit dem Gebäude fest verbunden sind.

Aber Achtung: Die Versicherer treten meist erst dann ein, wenn mindestens Windstärke acht geherrscht hat. "Von dieser Grenze an gelten Schäden durch Wind und Regen als Sturmschäden", sagt BdV-Experte Thorsten Rudnik. Wie stark es geweht hat, ist beim Deutschen Wetterdienst zu erfahren (Internet: www.dwd.de; Niederlassung München: 089\15 938 - 0).

Zerstörte Einrichtung

Auch die Hausratversicherung kann zur Schadensregulierung von Sturmschäden herangezogen werden, wenn Windstärke acht erreicht wurde und Hausrat innerhalb eines geschlossenen Gebäudes beschädigt wurde. Das ist der Fall, wenn Windböen ein Loch ins Dach gerissen haben und Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände durch eindringendes Regenwasser oder Schnee beschädigt worden sind. Verbraucherschützer raten: "Je wertvoller die Wohnungseinrichtung, desto sinnvoller ist eine Hausratversicherung." Für zerborstene Scheiben müsste eine spezielle Glasbruchversicherung bestehen, die oft auch für die Notverglasung aufkommt und auch bei Windstille einspringt.

Überfluteter Keller

Auch von Hochwasser bleiben Anwohner in dieser Jahreszeit nicht verschont, wenn sie Pech haben. Dabei gilt jedoch, dass weder die Hausrat- noch die Wohngebäudeversicherung solche Schäden übernehmen. Überschwemmte Keller sind somit nicht abgesichert. In den betroffenen Regionen müssen die Bewohner eine Elementarschadenversicherung abschließen, sagt BdV-Mann Rudnik. Doch gerade Menschen, die in Regionen wohnen, die häufig überschwemmt werden, finden häufig keinen Versicherer, der ihnen eine solche Police verkauft.

Eingedrückte Dächer

Im letzten Winter gaben in Bayern reihenweise Hallen- und Hausdächer dem Druck von nassen Schneemassen nach. Doch auch gegen solche Schäden hilft nur eine Elementarschadenversicherung, wie es bei der Stiftung Warentest heißt.

Ast auf Auto

Der klassische Sturmschaden: Der Wind bläst, der Ast bricht ­ Delle im Auto. Wer eine Kfz-Kasko-Versicherung abgeschlossen hat, dem wird der Schaden in der Regel ersetzte. Rudnik: "Eine Haftpflicht reicht nicht." Nicht mal die Teilkasko reicht, wenn ein Autofahrer bei Sturm von der Straße abkommt oder gegen einen auf der Fahrbahn liegenden entwurzelten Baum fährt. Dann zahlt nur die Vollkasko-Versicherung.

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